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Schwachstelle Datensicherheit: An gewissen Schulen besteht Aufholbedarf

Der Zuzwiler Gemeinderat beantragt einen Kredit von 1,45 Millionen Franken für die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Primarschule. Heute stimmen die Bürger darüber ab – und entscheiden damit auch über die Sicherheit sensibler Daten.
Lara Wüest
Die Sicherheit sensibler Daten ist nicht nur an der Schule in Zuzwil ein Thema. Bild: Getty

Die Sicherheit sensibler Daten ist nicht nur an der Schule in Zuzwil ein Thema. Bild: Getty

Sensible Daten, die nicht geschützt sind. Schadsoftware, die sich leicht auf Computern einnisten kann. Rechner, die gefährliche Sicherheitslücken aufweisen. Was wie ein Krimi in der IT-Branche klingt, ist an der Schule Zuzwil Realität.

Die Bürgerinnen und Bürger stimmen heute über die Erneuerung der Informatikinfrastruktur ihrer Primarschule ab. Der Gemeinderat beantragt einen Kredit von 1,45 Millionen Franken, um diese zu erneuern. Die Summe sei nötig, weil die heutige IT-Infrastruktur der Digitalisierung im Unterricht und den Anforderungen des Lehrplans 21 nicht mehr genüge, schreibt die Gemeinde im aktuellen Geschäftsbericht. Zuvor hatte eine externe Informatikfirma den Zustand der IT-Infrastruktur untersucht und ein Gutachten darüber erstellt.

Mehrere Schwachstellen entdeckt

Was in dem Gutachten steht, lässt aufhorchen. Die Experten haben mehrere Schwachstellen im aktuellen IT-System gefunden. Der Grund: Die Speicherung der Daten der Schule erfolgt auf verschiedenen externen Speichermedien wie USB-Sticks oder auf Cloud-Diensten.

Und das hat Folgen. Einen Überblick, wo welche Daten abgespeichert sind, hat niemand. Diese können leicht verloren gehen. Zugleich ist nicht klar, wer auf diese Daten Zugriff hat. Die Gefahr, dass sensitive Informationen wie etwa Privatadressen oder Handynummern von Lehrpersonen und Schülern, Schülerbeurteilungen oder Noten nach aussen gelangen, ist gross. Hinzu kommt, dass nicht alle Betriebssysteme automatisch mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Dadurch können sich Viren einnisten. «Wenn uns jemand ein Virus in die Schule bringen will, schafft er das leicht», sagt Serdar Günal Rütsche. Er ist Schulrat und zuständig für die Informatik an der Schule in Zuzwil. Zugleich relativiert er: «Das Sicherheitsproblem ist nicht massiv. Bisher sind noch keine Daten abhandengekommen.» Trotzdem wollen der Gemeinderat und der Schulrat die Probleme nun beheben. Sie haben mehrere Lösungsvarianten zur Verbesserung der IT-Infrastruktur geprüft. Ihr Favorit: die Variante «Software as a Service». Damit werden künftig alle Programme, Dienste und auch der Speicherplatz von einem Dienstleister in einer Cloud bereitgestellt. Die Daten werden so zentral gespeichert und verwaltet.

Von diesem Lösungsvorschlag sind jedoch nicht alle begeistert. «Grundsätzlich finden wir es gut, dass Massnahmen ergriffen werden. Es besteht ein Optimierungsbedarf bei der Sicherheit», sagt Raffael Sarbach von der SP Zuzwil. Zugleich hat der Politiker Bedenken. Denn noch ist unklar, welcher Dienstleister mit der Aufgabe der Datenverwaltung betraut wird und wo der Server mit den gespeicherten Daten steht. «Das macht mich skeptisch», so Sarbach. Auch ein externer Dienstleister könne keine 100-prozentige Sicherheit bieten. Das zeigten Beispiele von Facebook und E-Voting. «Die beste Lösung ist eine externe Datenspeicherung in meinen Augen nicht», so Sarbach. Zugleich sei es besser, als nichts zu machen.

Die IT-Sicherheit scheint nicht nur an der Schule in Zuzwil ein Thema zu sein. «Es würde sich lohnen, solche Sicherheitsaspekte an den Schulen grundsätzlich zu durchleuchten», sagt Manuel Domeisen. Er ist Geschäftsführer der Firma Weibel Informatik AG in Kirchberg, welche das Gutachten für Zuzwil erstellt hat. Die Firma berät mehrere Schulgemeinden in der Region. Immer wieder stossen die Experten dabei auf Schwachstellen. «Einige Schulen verfügen über eine sehr gute IT-Infrastruktur», sagt Domeisen, «andere weisen jedoch massive Mängel auf.»

Wil nutzt städtischen Server

Dass es auch anders geht, zeigt die Stadt Wil. Hier werden sämtliche Daten zentral auf dem städtischen Server gespeichert. In Zukunft wird sich das allerdings ändern. Im laufenden Jahr wird an den Schulen die IT-Infrastruktur überarbeitet. Danach werden nicht sensible Daten in einer Cloud gespeichert. Sensitive Daten wie Zeugnisse oder Schülerbeurteilungen werden aber weiterhin auf dem städtischen Server gesichert. «Der Datenschutz ist gewährleistet», sagt Stadträtin und Schulratspräsidentin Jutta Röösli.

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