Niederwil erweitert Schulraum:
Schutzobjekt soll Neubau weichen

Niederwil braucht mehr Schulraum. Ideen für eine Erweiterung wurden in einem Wettbewerb gesammelt. Nun steht das Siegerprojekt fest.

Andrea Häusler
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Viel Interesse an den ausgestellten Modellen. Das alte Niederwiler Schulhaus soll abgebrochen werden. An die Stelle des Riegelhauses soll ein moderner Holzbau treten.
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Viel Interesse an den ausgestellten Modellen. Das alte Niederwiler Schulhaus soll abgebrochen werden. An die Stelle des Riegelhauses soll ein moderner Holzbau treten.
Viel Interesse an den ausgestellten Modellen. Das alte Niederwiler Schulhaus soll abgebrochen werden. An die Stelle des Riegelhauses soll ein moderner Holzbau treten.

Viel Interesse an den ausgestellten Modellen. Das alte Niederwiler Schulhaus soll abgebrochen werden. An die Stelle des Riegelhauses soll ein moderner Holzbau treten.

Bilder: Andrea Häusler

Anbauten, Aufbauten, Vorbauten - die dreizehn ausgewählten Projektverfasser hatten sich innerhalb des vorgegebenen Planungsperimeters und des Kostenrahmens gestalterisch ausgelebt. Was an architektonischen Lösungen zur Verbesserung der Raumsituation an der Niederwiler Primarschule eingereicht worden war, wurde der Bevölkerung gestern und vorgestern im örtlichen Schulhaus gezeigt.

Der Entscheid des Preisgerichts ist bereits im Dezember gefallen. Das erstrangierte Projekt heisst UDUF und stammt aus dem Büro Illiz Architektur GmbH in Zürich. Im Unterschied zu anderen Planungsbüros, setzen hier die Architektinnen auf einen solitären Neubau. Positioniert ist dieser an der Stelle des bestehenden, unter Denkmalschutz stehenden alten Schulhauses. Ein Rückbau des geschichtsträchtigen Gebäudes ist laut Gemeindepräsident Alexander Bommeli unter Voraussetzungen möglich. In erster Linie müsse der Ersatzbau hohe qualitative Kriterien erfüllen. Auch dürfe die heute gute ortsbauliche Situation nicht gemindert werden, sagt er.

Jury-Entschied fiel einstimmig

«Den Entscheid zugunsten des Siegerprojekts und damit gegen den Fortbestand des Riegelhauses haben wir nicht leichtfertig gefällt», sagt Schulratspräsidentin Maria Rohner. Ganz im Gegenteil. Das heute als Bibliothek sowie für den Therapie- und Förderunterricht genutzte Gebäude mit Baujahr 1841 habe im Entscheidungsfindungsprozess die zentrale Rolle schlechthin gespielt. Es sei auch eine externe Expertise erstellt worden. Fakt sei, sagt Rohner, dass sich das Haus in einem schlechten baulichen Zustand befinde. «Die Fussböden sind schief, die Leitungen marode, eine Isolation inexistent, die Elektroheizung unwirtschaftlich und nicht mehr zeitgemäss.» Ausserdem sei eine sinnvolle Raumeinteilung für die gewünschte Nutzung mit vernünftigem Aufwand kaum zu realisieren. Selbst bekennende Liebhaber alter Bausubstanz wie etwa Fachjurymitglied Peter Buschor, Architekt in Goldach, oder Bruno Bossart, St.Gallen, der in die Kirchenrenovation involviert gewesen war, seien zum Schluss gekommen, dass eine Renovation des alten Schulhauses nicht sinnvoll wäre. Maria Rohner betont: «Der Entscheid des Preisgerichts zugunsten des Projekts UDUF ist schliesslich einstimmig gefallen.»

Im geplanten 3-geschossigen Holzneubau sollen die heute in unterschiedlichen Bauten untergebrachten drei Kindergartenklassen unter einem Dach zusammengeführt werden. Die ortsbauliche Schrägstellung des Riegelhauses wird genauso übernommen wie der Haupteingang zur Hauptstrasse hin. Der Baumbestand kann dadurch erhalten bleiben. Die Architektur ermöglicht ausserdem eine sinnvolle Anbindung des Kindergartenhauses ans Unterstufenschulhaus über das Untergeschoss sowie an die Aussenanlagen. Die ergänzend zu den Wettbewerbsvorgaben ausgeführte Idee der Architektinnen im Osten der Schulanlage einen Gruppenraumtrakt anzubauen wird weiterverfolgt.

Volk hat das letzte Wort

Den Planungskredit für die Schulraumerweiterung hatte die Bürgerversammlung im März vergangenen Jahres gesprochen. Im nächsten Schritt hin zu einer optimalen Unterrichtsinfrastruktur für die gut 100 Schülerinnen und Schüler von Niederwil soll der Projektierungskredit eingeholt werden.