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"Schutzobjekt" dem
Erdboden gleich gemacht

Das Haus «Oberbergstrasse 3» in Henau galt als schützenswertes Objekt, war als solches in der Schutzverordnung der Gemeinde aufgeführt. Mit deren Revision wurde es von der Liste gestrichen. Jetzt wurde es abgebrochen.
Andrea Häusler
Nur noch Mauerreste und Kies erinnern an das einst geschützte Bauobjekt. (Bild: Andrea Häusler)

Nur noch Mauerreste und Kies erinnern an das einst geschützte Bauobjekt. (Bild: Andrea Häusler)

Jahrelang nagte der Zahn der Zeit unaufhaltsam und ungehindert an der Liegenschaft an der Oberbergstrasse 3, frass sich Stück für Stück durch die Grundmauern, durchdrang das Dach, die Fassade und die Fenster. Das Haus gedieh zunehmend zum Schandfleck. Zwar habe, vor zehn oder fünfzehn Jahren, die Absicht bestanden, die Liegenschaft von Grund auf zu sanieren, doch sei dafür keine Bewilligung erteilt worden, erinnert sich Dorfchronist Klaus Sohmer. Weil das Gebäude unter Schutz gestanden habe, ein zeitgemässer Umbau somit unmöglich gewesen sei. Aus demselben Grund dürfte das Gebäude auch nicht abgebrochen werden.

Das änderte mit der Überprüfung der geschützten Objekte in der Gemeinde Uzwil, die im Zusammenhang mit der Richtplanung im Jahr 2009 durchgeführt worden war und eine Anpassung der Schutzverordnung zur Folge hatte. Im Zuge derer waren Gebäude, Gebiete, Hecken und Einzelbäume innerhalb des Gemeindegebiets neu geschützt, andere hingegen aus der Liste der Schutzobjekte entlassen worden. Wie eben das Haus an der Oberbergstrasse 3 in Henau.

Kein historisch relevantes Gebäude

Für Grundeigentümer Silvan Baumgartner vom gleichnamigen Sanitärunternehmen an der Felseggstrasse eröffneten sich dadurch neue Möglichkeiten. In Frage kam allerdings nur noch der Abriss. Das Haus – aufgrund der geringen Raumhöhen ohnehin nur aufwendig zu renovieren – war zwischenzeitlich dem Zerfall nahe. Im Juli war der Abbruch des Wohnhauses bewilligt worden, jetzt zeugen nur noch Mauerreste, Sand und Kies vom jahrelang geschützten Zweifamilienhaus.

Klaus Sohmer trauert dem Gebäude nicht nach, vermag mit der Liegenschaft auch nichts geschichtlich Relevantes zu verbinden. Das Haus war mitprägender Teil des Dorfbildes, verfügte über einen besonderen Aufgang und eine schöne Holztüre. Aber das war es auch schon. Diese Merkmale hätten seinerzeit wohl auch dazu geführt, dass das Gebäude, das immer schon ein Wohnhaus gewesen sei, überhaupt als schützenswert eingestuft worden sei.

Das Gebäude hatte schon seit Jahren einen maroden Eindruck erweckt. (Screenshot: Google Street View)

Das Gebäude hatte schon seit Jahren einen maroden Eindruck erweckt. (Screenshot: Google Street View)

Die Baulandparzelle umfasst 487 Quadratmeter und läuft entlang der Oberbergstrasse in einem Spickel aus. Keine Frage, das Grundstück ist schwierig zu überbauen. Das weiss Eigentümer Silvan Baumgartner. Ein Projekt besteht nach dessen Aussage noch nicht, hingegen ist er glücklich, den überfälligen Rückbau nun vollzogen zu haben. Auch deshalb, weil das Gebäude zunehmend zum Sicherheitsrisiko geworden ist.

Lücke darf nicht bestehen bleiben

Zur Ausarbeitung eines Projekts bleibt ihm auch noch Zeit. Jedoch nicht unbeschränkt, wie Uzwils Verwaltungsleiter Thomas Stricker sagt. An die Abbruchbewilligung seien Auflagen gekoppelt worden. Zu diesen zählt die Überbauung des Grundstücks innerhalb eines Jahres nach dem Rückbau. Damit soll sichergestellt werden, dass die sichtbare Lücke an der steil ansteigenden Oberbergstrasse innerhalb einer angemessenen Frist wieder geschlossen wird.

Das Grundstück liegt in der Dorfkernzone. Die Bauvorschriften sind hier weit gefasst, die Beschränkungen über den vorgeschriebenen kleinen Grenzabstand von fünf Metern hinaus minimal. Weil das optische Erscheinungsbild des Baukörpers, dessen Integration ins bestehende Dorfbild im Fokus stehe, wie Thomas Stricker erklärt. Er geht davon aus, dass hier wieder ein Bau entstehen wird. Erlaubt ist übrigens nebst der Wohnnutzung auch der Betrieb eines nur mässig störenden Gewerbes.

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