Schutz vor Corona-Virus: Flawa steigt in die Produktion von Hygienemasken ein

Wucherpreise, Diebstähle, Importprobleme: Masken sind Mangelware und die Situation dürfte sich in absehbarer Zeit noch verschärfen. Jetzt reagiert die Flawa Consumer GmbH: Übernächste Woche läuft die Produktion von Schutzmasken an.

Andrea Häusler
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Massenproduktion von filterlosen Schutzmasken in Thailand. Nur: Wegen der Krise blockieren Nachbarbarländer mittlerweise ganze Containerladungen. Engpässe sind programmiert.

Massenproduktion von filterlosen Schutzmasken in Thailand. Nur: Wegen der Krise blockieren Nachbarbarländer mittlerweise ganze Containerladungen. Engpässe sind programmiert.

Screenshot: SRF

Die Nachfrage übersteigt das Angebot: Schutzmasken sind derzeit weltweit Mangelware. Die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus lässt die Nerven besonders gefährdeter und besorgter Menschen blank liegen. Das ruft auch Geschäftemacher auf den Plan, die aus der Krise Profit schlagen wollen: Maskendiebstähle aus Spitälern und Wucherpreisangebote für Schutzmasken im Internet sind nur Beispiele der sonderbaren Blüten, welche die globale Verunsicherung treibt.

Den Druck von den Spitälern zu nehmen ist einer der Gründe, welche die Flawa Consumer GmbH mit Sitz in Flawil dazu veranlasst hat, in die Produktion von Hygienemasken für den privaten Kundensektor einzusteigen. Dies sagte CEO Claude Rieser im News-Format «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens. Die Produktion soll bereits übernächste Woche aufgenommen werden.

Das ist möglich, weil die Flawa aufgrund ihres Sortiments über Material zur Herstellung von Schutzmasken verfügt. Und, weil das Unternehmen vorhandene Maschinen umstellen kann und nicht – wie die Verbandsmaterial-Herstellerin Wernli AG aus Rotrist, die ebenfalls Schutzmasken produzieren will – erst Maschinen importieren muss.

International konkurrenzfähige Preise

Fraglos will die Schweizer Tochter des Marktführers für Watteprodukte in Nord- und Mittelamerika, der U.S. Cotton, mit dem Hygienemaskengeschäft Geld verdienen. Claude Rieser betonte jedoch gegenüber SRF, dass die Produkte made in Flawil zu moderaten Preisen verkauft würden.

Claude Rieser, CEO Flawa Consumer GmbH

Claude Rieser, CEO Flawa Consumer GmbH

Bild: Andrea Häusler

Den Preis bezifferte er mit 20 bis 40 Rappen je Stück. Damit kann das Flawiler Unternehmen locker mit jenen Verkäufern aus China konkurrieren, welche derzeit auf asiatischen Händlerseiten oder ebay.de ihre filterlosen Masken anbieten – entsprechende Lieferfristen inklusive. Das amerikanische Portal ebay.com hat den Handel mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln übrigens vorübergehend gänzlich verboten.

Onlineverkauf über einen Shop

«Wir werden in Kürze einen Onlineshop aufschalten, über den die «nicht medizinisch indizierte Gesichtsmasken» bestellt werden können», verspricht die Flawa Consumer GmbH auf ihrer Homepage, ohne allerdings einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

Auf der Website wird ausserdem auf die vom Bundesamt für Gesundheit in der Informationskampagne «So schützen wir uns» genannten Verhaltensregeln hingewiesen, und explizit betont: «Diese Information (über die Herstellung und den Vertrieb von Schutzmasken made in Flawil, Anm.d.Red) stellt keine Empfehlung zum Tragen einer Schutzmaske im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie dar.» Hingegen werde die Schmierinfektion, welche durch den Griff an Nase und zum Mund begünstigt wird, reduziert. Ausserdem würden die infektiösen Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen entstehen und sich ausbreiten können, von der Maske zum grossen Teil abgefangen.