Schutz in geschützter Natur: «Hori», wird Jubihütten-Standort

Das ehemalige Kiesabbaugebiet Hori in Jonschwil wird Teil des Jubiläumswanderwegs der St. Galler Kantonalbank. Gestern erfolgte hier der Spatenstich für den Bau der dritten von neun Jubihütten, die Wanderern eine Grillstelle und Schutz vor Regen bietet.

Andrea Häusler
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Auftakt zu den Bauarbeiten im Gebiet Hori. Im Bagger: Die oberste St.Galler Wanderwegchefin und Präsidentin der Gemeinde Lütisburg, Imelda Stadler. (Bild: Andrea Häusler)

Auftakt zu den Bauarbeiten im Gebiet Hori. Im Bagger: Die oberste St.Galler Wanderwegchefin und Präsidentin der Gemeinde Lütisburg, Imelda Stadler. (Bild: Andrea Häusler)

Der Startschuss fiel in Gais. Hier wurde am 3. Oktober die erste Hütte eingeweiht, die im Rahmen des Leuchtturmprojektes der St. Galler Kantonalbank gebaut worden ist. Die zweite befindet sich in Eichberg in Bau und gestern wurde in Jonschwil der Spaten, oder besser die Baggerschaufel, für die dritte angesetzt. Im südlichen Teil jenes Gebietes in der Hori, in dem Holcim bis vor wenigen Jahren Kies abgebaut hatte und nun ein Naturschutzgebiet besteht, können Wanderer ab dem Spätherbst in einer Holzhütte mit Grillstelle rasten.

Dass unmittelbar bei einem so bedeutenden Schutzgebiet gebaut werden kann, ist nicht selbstverständlich. Wären zum Zeitpunkt der Eingabe die Zonierung, die Kiesgruben-Rekultivierung und Ausgestaltung des Natuschutzgebietes bereits abgeschlossen gewesen, hätte sich der Hüttenbau nicht oder nur schwerlich mehr realisieren lassen. So dürfte nun aber gelingen, was dem Präsidenten der Standortgemeinde, Stefan Frei, vorschwebt: Die Bevölkerungen mit dem Naturschutz zusammenbringen. Deshalb soll der Unterstand auch mit Informationstafeln versehen werden.

Der Bevölkerung etwas zurückgeben

Den Menschen einen Nutzen bringen. Dies ist auch das Ziel, das der Sponsor, die St. Galler Kantonalbank, mit diesem Leuchtturmprojekt verfolgt. «Als Bank möchten wir die Bevölkerung auf diese Weise an unserem 150-Jahr-Jubiläum teilhaben lassen», sagte Markus Rusch, Leiter der SGKB-Niederlassung in Wil.

Die Unterstände, von Reto Schöb aus Gams entworfen, sind an allen Standorten identisch. Hier der fertiggestellte Bau in Gais. (Bild: Daniel Ammann)

Die Unterstände, von Reto Schöb aus Gams entworfen, sind an allen Standorten identisch. Hier der fertiggestellte Bau in Gais. (Bild: Daniel Ammann)

Die oberste Wanderwegchefin des Kantons, Lütisburgs Gemeindepräsidentin Imelda Stadler, nahm auch das neuerliche Hütten-Geschenk persönlich entgegen. Mit diesem nachhaltigen Projekt wolle der Verein St. Galler Wanderwege Fussspuren hinterlassen und gemeinsam weiter wandern, sagte sie gestern. Für Holcim zeigt das Projekt der SGKB, dass Naturschutz und Naherholung in einem ehemaligen Abbaugebiet gut nebeneinander funktionieren. «Mit der Feuerstelle können wir einen Teil unseres ehemaligen Abbaugebiets der Bevölkerung zurückgeben», sagte Stefan Nagel, Projektleiter Rohstoffsicherung Holcim Schweiz.

Gemütliches Mietobjekt für Anlässe

Das Erscheinungsbild der von Reto Schöb aus Gams gestalteten Unterstände ist an allen Standorten identisch: Ein überdachter Aufenthaltsbereich mit Tisch und Bänken sowie eine Holzaufbewahrung. Die Jubihütte im Hori soll zusätzlich und auf Kosten der Gemeinde mit (abschliessbaren) Toilette ausgestattet werden. Denn der Unterstand soll auch für Anlässe reserviert und gemietet werden können. Hinzu kommt ein Brunnen, den Holcim zur Verfügung stellen will. Der Unterhalt des Gebäudes und dessen Umgebung obliegt der Gemeinde.

Noch ist die Rekultivierung/Renaturierung des Gebiets, das die Holcim in Zusammenarbeit mit der Gemeinde schon während des Abbaus in Angriff genommen hat, nicht abgeschlossen. Laut Stefan Frei dürfte der Prozess noch bis etwa Anfang 2020 dauern. Erstellt sind hingegen die Retentionsbecken; kleine Weiher, die in Zusammenarbeit mit Holcim erstellt worden sind und das Dorf vor Überschwemmungen schützen sollen.