Schulschliessung: Corona hat nun auch die Schulen in der Region Wil erreicht

Die Schulen der Region zeigen sich mehrheitlich vorbereitet auf die nun Realität gewordene Schulschliessung.

Katja Brütsch
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Gespenstische Ruhe statt fröhlich lachende Kinder: Die Schule bleibt geschlossen. Im Bild das Primarschulhaus Kirchplatz in Wil.

Gespenstische Ruhe statt fröhlich lachende Kinder: Die Schule bleibt geschlossen. Im Bild das Primarschulhaus Kirchplatz in Wil.

Bild: PD

Nachdem einzelne Kantone schon im Vorfeld eine Schliessung der öffentlichen Schulen angekündigt hatten, ist nun der Bundesrat aktiv geworden. Am Freitagnachmittag verkündete er, dass der gesamte Schulbetrieb bis zum 4. April eingestellt wird. Dies betrifft selbstverständlich auch sämtliche Schulen in der Region Fürstenland- Toggenburg.

Ausgelöste Krisenpläne bei den Schulen

Nach dem Entscheid des Bundesrats muss nun das Amt für Volksschule (AVS) entscheiden, wie der Kanton diesen im Detail umsetzen wird. Die einzelnen Schulen warten auf weitere Informationen des AVS. Norbert Stieger, Schulratspräsident von Wattwil, erklärt: «Vermutlich wird es ein Betreuungsangebot geben müssen. Aber wie und in welchem Rahmen, das entscheidet das AVS.» In Wattwil erarbeitet ein Krisenstab eine Lösung.

Bei einigen Schulen wurden auch schon vor dem Entscheid des Bundesrats verschiedene Vorbereitungen in Gang gesetzt. Orlando Simeon, Schulratspräsident von Kirchberg, erklärt: «Zusammen mit den Schulleitungen haben wir einen Krisenplan mit sieben Szenarien ausgearbeitet. Darunter fällt unter anderem auch das Vorgehen bei einer ganzheitlichen Schulschliessung.» Dieses Szenario wird jetzt Realität. Simeon gibt sich gelassen: «Der Krisenplan wird jetzt ausgelöst. Das heisst, dass erst einmal alle, von den Schulleitungen über die Lehrpersonen bis zu den Eltern, informiert werden müssen.»

Es werde die Möglichkeit für alle Schüler geben, ihre Lehrmittel nach Hause zu nehmen. Ausserdem habe die Schule für alle Mittel- und Oberstufenschüler eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Über diese wird nun der Unterricht koordiniert werden. Für die Kindergärtler und Unterstufenschüler wird zurzeit noch an einer Lösung gearbeitet, so Simeon weiter.

Auch in Rickenbach ist man vorbereitet. «Unser Unterricht könnte zumindest teilweise auch zu Hause stattfinden», sagt die Schulleiterin Stephanie Schildknecht schon am Freitagmittag vor dem Entscheid.

Die Situation bei den Schulen in der Stadt Wil

Die Stadt Wil werde per Post alle betroffenen Eltern informieren, teilt Philipp Gemperle, Leiter Kommunikation der Stadt Wil, mit. Unter die Schulschliessung fallen auch Sonderangebote wie zum Beispiel heilpädagogische Früherziehung sowie Tagesstrukturen. Vorerst werden die Eltern gebeten, die Betreuung ihrer Kinder selber sicherzustellen. Am Montagmorgen seien Informationen bezüglich einer Notbetreuung auf der Website der Stadt Wil zu finden, sagt Gemperle.

Wie der Unterricht während der nächsten Zeit gehandhabt werde, sei noch nicht abschliessend geklärt. Gemperle stellt jedoch eine baldige Lösung für die Schülerinnen und Schüler der Stadt Wil in Aussicht. Die Schüler würden von ihren Klassenlehrpersonen informiert.

Gänzlich überrascht von dem bundesrätlichen Entscheid scheint niemand. Simeon erklärt: «Wir haben mit dieser Eventualität gerechnet und uns vorausblickend entsprechend vorbereitet.»

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