Schulratspräsidentin hat genug

OBERUZWIL. Silvia Mahrle ist als Präsidentin der Schule Oberuzwil zurückgetreten. Ihren Entscheid begründet sie mit unterschiedlichen Ansichten in der Führungsebene. Mahrle kritisiert den Gemeinderat, Entscheide hinauszuschieben.

Urs Bänziger
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Silvia Mahrle übernahm im November 2011 das Präsidium des Schulrates Oberuzwil. (Bild: pd)

Silvia Mahrle übernahm im November 2011 das Präsidium des Schulrates Oberuzwil. (Bild: pd)

Es seien Dinge geschehen, die für sie nicht mehr stimmen, sagt Silvia Mahrle. «Deshalb habe ich mich entschieden, als Schulratspräsidentin von Oberuzwil zurückzutreten.» Ende Juli legt sie ihr Amt nieder, das sie im November 2011 übernommen hatte.

In der Schule in Oberuzwil rumort es. Schon im Februar hatte Michael Knechtle seine Tätigkeit als Leiter Volksschule aufgegeben. Bis Ende Juni sprang Silvia Mahrle in die Bresche und übernahm die Leitung Volksschule interimistisch. Mit der Doppelfunktion ist sie an Grenzen gestossen. «In der Schule läuft es gut, aber in der Führungsebene gibt es unterschiedliche Ansichten», sagt die zurückgetretene Präsidentin.

Alleine dagestanden

Mit der Führungsebene meint Silvia Mahrle den Gemeinderat. Sie sei im Rat mit ihrer Meinung oftmals alleine dagestanden. «Der Gemeinderat hat Entscheide hinausgezögert und auf Probleme sehr lange nicht oder gar nicht reagiert.» Sie sei nicht mehr länger bereit, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und Sachen zu vertreten, die nach ihrer Ansicht nicht funktionieren. «Es gibt Pendenzen, die man ohne viel Aufhebens hätte pragmatisch lösen können. Ich hätte mir gewünscht, dass der Gemeinderat Probleme nicht verdrängt, sondern hinterfragt.» Auf Details wolle sie nicht eingehen, sagt Mahrle. «Ich meine nicht grundlegende Probleme, sondern technische Sachen, die den Schulbetrieb verbessert hätten.»

Gemeinderat bedauert Rücktritt

Der Gemeinderat bedaure den Rücktritt von Silvia Mahrle sehr, sagt Gemeindepräsident Cornel Egger. «Wir verzichten nicht gerne auf ihre langjährige Erfahrung.» In der Schule in Oberuzwil leiste ein engagiertes Team von Lehrpersonen gute Arbeit. Dass in der Organisation nicht alles stimme, sei sich der Gemeinderat bewusst. In letzter Zeit habe es in der Schule einige Wechsel gegeben, welche die ganze Situation nicht einfacher gemacht hätten, sagt Egger. Es stimme, dass der Gemeinderat Entscheide wie das Informatikkonzept, Änderungen in der Schulordnung oder das Funktionsdiagramm zurückgestellt habe. «Wir wollten zuwarten, bis der neue Leiter Volksschule seine Tätigkeit aufnimmt.»

Dass Entscheide aufgeschoben wurden, habe in der Schule zu Unzufriedenheit geführt. «Für Silvia Mahrle waren die vergangenen Monate eine grosse Belastung. Sie ist in ihrer Doppelfunktion als Schulratspräsidentin und interimistische Leiterin der Volksschule bei hinausgezögerten Entscheiden auch in Clinch geraten, weil sie näher an der Basis war», sagt Egger.

Hoffnungen auf neuen Leiter

Hoffnungen und Erwartungen setzt der Gemeindepräsident in den neuen Leiter der Volksschule, Gallus Rieger, der am 1. Juli seine Tätigkeit aufgenommen hat. «Gemeinsam mit dem neuen Leiter wird der Gemeinderat anstehende Geschäfte behandeln und auch abschliessen», sagt Egger. Gallus Rieger bringe die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen mit, die als Leiter Volksschule gefordert seien. «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass es unter der neuen Führung in der Schule Oberuzwil bald eine grosse Beruhigung geben wird.»

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