Schulratspodium in Wil: Kathi-Frage und Sprachförderung im Zentrum der Diskussionen

An einem Podium kreuzten vier von acht Kandidierenden für den Wiler Schulrat die Klingen.

Christof Lampart
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Sie wollen für die nächsten vier Jahre in den Wiler Schulrat (von links): Daniel Schläpfer (Grüne Prowil), Albertina Palushi-Bullakaj (SP), Elmar Meile (parteilos) und Nathanael Trüb (SVP).

Sie wollen für die nächsten vier Jahre in den Wiler Schulrat (von links): Daniel Schläpfer (Grüne Prowil), Albertina Palushi-Bullakaj (SP), Elmar Meile (parteilos) und Nathanael Trüb (SVP).

Bild: Christof Lampart

Der Abend war, wegen Corona, auf wenige Personen – Kandidaten, ausgewählte Unterstützer und Medien – beschränkt worden. So wirkte es mehr wie ein konstruktiver Gedankenaustausch denn ein Schlagabtausch, den sich Albertina Palushi-Bullakaj (SP, neu), Daniel Schläpfer (Grüne Prowil, neu), Nathanael Trüb (SVP, neu) und Elmar Meile (parteilos, bisher) in Abwesenheit von Evelyne Engeler Mohn (parteilos, bisher), Donata D’Augello-Iona (parteilos), Regula Huber (parteilos) und Franklin Munishi (CVP) – sie hatten alle im Vorfeld abgesagt – lieferten.

Kathi: Alles von «Erhalt» bis «Geld weg»

Ein Thema war die Zukunft der Mädchensekundarschule St.Katharina («Kathi»). Während Trüb für den Kathi-Erhalt eintrat, jedoch zugleich eine «einheitliche Koordination mit der öffentlichen Schule» forderte, sah Meile da keine Eile angebracht, brauche es doch eben einem ausstehenden Bundesgerichts- ebenso noch einen Parlaments- und schliesslich einen Volksentscheid, bis man wisse, wohin die Reise gehe.

Palushi-Bullakaj äusserte ein gewisses Unverständnis darüber, dass Wil eine Privatschule finanziere: «Ich finde, dass wir eine für alle Kinder gerechte Schule haben sollten. Das Geld könnte man auf die anderen Schulen verteilen.» Daniel Schläpfer betonte, dass das Kathi «eine gute Schule» sei, die es zu erhalten gelte, doch sollten in der Äbtestadt «alle Schulen die gleichen Voraussetzungen haben».

Diskutiert wurde auch über die Deutsch-Frühförderung an den Schulen. Trüb kritisierte, dass einzelne Schulhäuser mittlerweile einen Fremdsprachenanteil von 75 Prozent hätten. «Wir müssen da etwas tun. Schon heute ist es so, dass alle Familien, die es sich leisten können, aus dem Lindenhof-Quartier wegzügeln, damit ihre Kinder nicht dort in die Schule müssen.»

Umso wichtiger sei es, dass man «noch früher» mit Deutsch für Fremdsprachige anfange – und zwar nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern.

Dieses Ansinnen stiess auch bei den Anderen auf Gehör. Man müsse alles tun, damit der Lindenhof als eine Schule wahrgenommen werde, an die man gerne gehe – zum Beispiel, weil sie (zukünftig) erfolgreich eine Nische als Sport-, Musik- oder IT-Förderschule besetze.

Auch die Umteilung von Kindern aus ferneren Quartieren – zum Beispiel Rossrüti – in den Lindenhof wäre eine Möglichkeit, um die Klassen in Bezug auf die Deutschfähigkeiten homogener zu gestalten. Die Umteilung der Schüler sei jedoch Sache des Stadtrats.

«Die Kinder kennen weniger Wörter»

Meile betonte, dass in Sachen Sprachförderung bei Kindern unbedingt «etwas gehen» müsse, denn in den letzten Jahren habe es sich gezeigt, dass «viele Eltern mit ihren Kindern wenig reden, was dazu führt, dass die Kinder bei der Einschulung viel weniger Wörter kennen als die Kinder früher».

Schläpfer befürwortete deshalb eine Verbilligung von Spielgruppen für fremdsprachige Kinder und verpflichtende Kurse für die Sprachförderung Erwachsener. Palushi-Bullakaj erachtete es als «sehr wichtig, dass die Kinder erst einmal in ihrer Muttersprache sattelfest sein sollten, denn darauf baut später alles auf».