Schulrat Wil: «Wir distanzieren uns vollumfänglich von unserer Kollegin Evelyne Engeler Mohn»

«Jetzt ist genug!» Mit diesen Worten stellen sich die drei Wiler Schulratsmitglieder Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht in einer Stellungnahme gegen Aussagen ihrer Kollegin Evelyne Engeler Mohn. Diese warf Schulratspräsidentin und Stadträtin Jutta Röösli in den Medien vor, in ihrem Departement herrschten Intrigen, Diffamierungen und Mauscheleien.

Hans Suter
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Der aktuelle Wiler Schulrat (von links): Evelyne Engeler Mohn, Schulratspräsidentin und Stadträtin Jutta Röösli, Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht.

Der aktuelle Wiler Schulrat (von links): Evelyne Engeler Mohn, Schulratspräsidentin und Stadträtin Jutta Röösli, Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht.

Bild: PD

«Wir verhielten uns lange Zeit ruhig, vielleicht zu lange», sagt Schulrätin Miriam Schildknecht. «Spätestens jetzt aber ist es an der Zeit, auch einmal die Sicht der restlichen Schulratsmitglieder darzulegen.» Deshalb haben sich Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht zu einer Stellungnahme durchgerungen. Die drei bilden zusammen mit Evelyne Engeler Mohn und Stadträtin Jutta Röösli als Präsidentin den bis Ende 2020 gewählten Wiler Schulrat.

«Weder Intrigen noch Diffamierungen»

In letzter Zeit habe man immer wieder Leserbriefe oder auch Artikel von beziehungsweise über Evelyne Engeler Mohn, die kürzlich als Schulrätin der Stadt Wil wiedergewählt wurde, lesen können. «Wir als aktuelle Mitglieder des Schulrats distanzieren uns vollumfänglich von den Aussagen unserer Kollegin Evelyne Engeler Mohn», halten Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht in ihrer Stellungnahme fest. Weder herrschten Intrigen, Diffamierungen und Mauscheleien beim Departement Bildung und Sport, noch werde Mobbing betrieben.

«Durch ihre Aussagen fühlen wir uns als Schulrat und als Schulrätinnen direkt angegriffen.»

Werfe sie ihnen doch vor, sie würden dem Diktat ihrer Präsidentin Jutta Röösli unterliegen. «Wir haben während unserer Arbeit im Schulrat zu jedem Zeitpunkt unsere Meinung kundgetan, auch kritische Voten eingereicht. Wir haben uns engagiert eingebracht und Jutta Röösli hat uns in keiner Art und Weise den Mund verboten», halten Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht fest.

«Häufig unkollegial verhalten»

«Evelyne Engeler Mohn verhielt sich jedoch häufig unkollegial und hielt sich nicht an Abmachungen und Regeln, was die Zusammenarbeit sehr erschwerte», heisst es weiter in der Stellungnahme. Die Aufsichtsbeschwerde gegen Evelyne Engeler Mohn sei die Konsequenz ihres Handelns, welche sie jetzt alleine zu tragen habe. Eingereicht wurde die Beschwerde von drei Angestellten einer Schuleinheit. Sie beklagen, dass Engeler Mohn ihre Kompetenzen überschritten und vertrauliche Informationen Dritten zugespielt habe, was wiederholt zu negativer Berichterstattung in einer Wiler Gratiszeitung geführt habe.

«Dass Evelyne Engeler Mohn ihre persönliche Fehde mit Schulpräsidentin Jutta Röösli öffentlich in den Medien austrägt, finden wir einfach nur geschmacklos. Von dieser Art zu ‹politisieren› distanzieren wir drei uns ausdrücklich», halten Elmar Meile, Sigrid Wöcke und Miriam Schildknecht in ihrer Stellungnahme abschliessend fest.

Engeler Mohn hält an ihrer Darstellung fest

Evelyne Engeler Mohn weist die Vorwürfe von sich. «Es scheint, als bangen einige Leute um ihre Wiederwahl, und zur Rehabilitierung ist jedes Mittel recht», entgegnet sie in einer Stellungnahme.

«Geschmacklos ist es, wenn Jutta Röösli ihre Mitarbeitenden vorschickt, um ein verwaltungsrechtliches Verfahren gegen eine unbequeme Schulrätin einzuleiten.»

Politische Unstimmigkeiten im Schulrat sollten ihres Erachtens innerhalb des Schulrates ausgetragen werden und nicht unter dem Deckmantel eines Rechtsverfahrens vor dem Stadtrat.

«Die in der Aufsichtsbeschwerde erhobenen Vorwürfe sind rechtlich haltlos. Es handelt sich um ein politisches Spiel», schreibt Engeler Mohn weiter. Der Schulrat sei unter Jutta Röösli zum Abnickgremium geworden. Man drücke oft ein Auge zu. Vielleicht auch, weil Abhängigkeiten bestünden, mutmasst Engeler Mohn. So sei der Mann einer Schulrätin Lehrer in Wil, und die andere Schulrätin arbeite im Schulbetrieb und ihr Mann bekomme Aufträge der Stadt.

An ihren Vorwürfen hält Engeler Mohn fest: «Gegenüber Lehrpersonen gibt, respektive gab es Mobbing, Diffamierung. Sowie es im Schulrat immer wieder Mauscheleien gab. Dass man das jetzt insbesondere im Wahlkampf nicht zugeben kann, ist wohl kaum verwunderlich.»

Ferner schreibt Engeler Mohn, sie habe sich immer an Regeln gehalten, ohne aber geistlos jedem Diktat zu folgen. Die Wiler Bevölkerung habe ein Recht, über die Vorgänge im Schulrat informiert zu werden. «Als Schulrätin stehe ich bedingungslos im Dienste unserer Kinder. Ich hätte mir gewünscht, die drei Schulräte hätten sich derart aktiv und kreativ im Schulrat für unserer Kinder eingesetzt. Das wäre man den Jüngsten schuldig.»