Schulpräsidium: Praxedis Schär kandidiert wild

WIL. Bis gestern abend um 17 Uhr mussten die Vorschläge für den zweiten Wahlgang ins Wiler Schulratspräsidium/Stadtrat bei der Stadtkanzlei eingereicht sein. Kurz vor Ablauf der Eingabefrist tauchte nun noch eine weitere Kandidatur auf: Praxedis Schär bewirbt sich für das Amt.

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Praxedis Schär Schulratspräsidiumskandidatin (Bild: pd)

Praxedis Schär Schulratspräsidiumskandidatin (Bild: pd)

WIL. Bis gestern abend um 17 Uhr mussten die Vorschläge für den zweiten Wahlgang ins Wiler Schulratspräsidium/Stadtrat bei der Stadtkanzlei eingereicht sein. Kurz vor Ablauf der Eingabefrist tauchte nun noch eine weitere Kandidatur auf: Praxedis Schär bewirbt sich für das Amt. Sie reichte die notwendigen Unterlagen in letzter Sekunde bei der Verwaltung ein. Stadtschreiber Christoph Sigrist bestätigte die Kandidatur.

Schulrätin der CVP

Praxedis Schär, Ehefrau von CVP-Stadtparlamentarier Ruedi Schär, ist ebenfalls Mitglied der CVP. Die 59-Jährige tritt allerdings als «wilde» CVP-Kandidatin an, da sie von ihrer Partei, die am Montagabend eine ausserordentliche Mitgliederversammlung durchgeführt hatte, nicht nominiert worden war. Sie hat ein noch nicht näher bekanntes Komitee im Rücken. Praxedis Schär sitzt seit Legislaturbeginn im Wiler Schulrat. Beruflich ist sie als Zivilschutzinstruktorin beim Posten Bütschwil/Herisau tätig. Früher wirkte sie in Wil als Leiterin der Schule für Krankenpflege. Auch leitete sie ein Altersheim in St. Gallen.

CVP wusste nichts

Bei der CVP stösst die wilde Kandidatur auf wenig Gegenliebe. Parteipräsident Roland Bosshart schreibt in einer Medienmitteilung: «Die Parteileitung der CVP Wil-Bronschhofen ist überrascht von der Kandidatur Praxedis Schär-Bollhalder und hält fest, dass es sich dabei nicht um eine offizielle Kandidatin der CVP Wil-Bronschhofen handelt. Der Mitgliederversammlung vom 3. Juni lag diese Nomination nicht zur Entscheidung vor. Die Parteileitung hält an der beschlossenen Stimmfreigabe für den 2. Wahlgang in den Stadtrat fest.»

Wieder drei Kandidierende

Praxedis Schär tritt gegen Jutta Röösli (parteilos) und Klaus Rüdiger (SVP) an, deren Kandidaturen bekannt sind. Die beiden waren bereits im ersten Wahlgang vom 18. Mai angetreten, erreichten das absolute Mehr allerdings nicht. Am meisten Stimmen erhielt Jutta Röösli, gefolgt von Klaus Rüdiger sowie Esther Spinas (Grüne Prowil). Spinas hat mittlerweile ihren Verzicht für den zweiten Wahlgang erklärt. Im Gegensatz zum ersten Wahlgang ist am 6. Juli nicht mehr das absolute Mehr entscheidend, sondern nur noch das relative. Das bedeutet: Derjenige der Kandidierenden, der die meisten Stimmen auf sich vereint, ist gewählt und tritt somit die Nachfolge von Marlis Angehrn (CVP) an. Amtsantritt ist am 1. August.

Unklare Strategie

Die mit der Kandidatur von Praxedis Schär verbundene Strategie ist unklar. Ein Ränkespiel einzelner CVP- und SVP-Exponenten? Zumindest nicht offiziell. SVP-Kantonsrat Erwin Böhi zeigte sich «überrascht». (ph/hs)

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