Schulgemeinde
«Wer heute Abend etwas Mut hat und sich nach vorne traut, hat schon ein Amt»: Hüttlinger Schulbürger wählen ad hoc ein neues Behördenmitglied

An der Versammlung der Primarschulgemeinde Hüttlingen wählten die Stimmbürger Roman Rusterholz in die Schulbehörde. Die bisherigen Mitglieder wurden allesamt bestätigt. Die Rechnung 2020 schloss besser ab als erwartet, wenn auch im Minus. Mit roten Zahlen rechnet die Schulgemeinde ebenfalls fürs laufende Jahr.

Andreas Taverner
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Präsident Samuel Kern gratuliert dem frisch gewählten Roman Rusterholz.

Präsident Samuel Kern gratuliert dem frisch gewählten Roman Rusterholz.

Bild: Andreas Taverner

Seine persönliche Dernière als Präsident der Primarschulgemeinde hat Samuel Kern am Montagabend pünktlich um 20 Uhr eröffnet. Von 584 stimmberechtigten Schulbürgern haben deren 34 den Weg in die Mehrzweckhalle in Hüttlingen gefunden. Als das Wahltraktandum anstand, ermunterte Kern die Anwesenden, sich spontan zu melden. Denn noch fehlte eine Person, um die fünfköpfige Schulbehörde zu vervollständigen. «Wer heute Abend etwas Mut hat und sich nach vorne traut, hat schon ein Amt», ermunterte Kern die Besucher.

So wie der noch in die Schulbehörde zu wählende Roman Rusterholz. Er ist vorgängig angefragt worden und stand den Stimmberechtigten für Fragen zur Verfügung. Der 1985 geborene Rusterholz ist Personalberater bei einer IT-Firma, verheiratet, Vater von zwei Kindern und wie er selbst sagt, fand er durch die Liebe nach Hüttlingen. Die wahlberechtigten Stimmbürger wählten ihn einstimmig.

Die bisherigen, Alexander Schwarz, Vertreter in der Sekundarschulbehörde Frauenfeld und Tina Baumgartner, verantwortlich für die Finanzen, sind mit 30 respektive 29 Stimmen ebenfalls bestätigt worden. Michael Ackerknecht, bisher Vizepräsident, wurde mit 31 Stimmen zum Nachfolger von Kern gewählt. Somit bleibt eine Vakanz in der Schulbehörde. Die Aufgabe, für den nicht mehr kandidierenden Adrian Weilenmann einen Ersatz zu suchen, fällt nun Neo-Präsident Ackerknecht zu.

Minus von 86'000 Franken für das Jahr 2021 erwartet

Besser als erwartet schloss die Rechnung 2020 mit rund 20'000 Franken im Minus ab. Dies bei einem Aufwand von rund 1,305 Millionen Franken. Besonders der Minderertrag bei den Gemeindesteuern sowie ein reduzierter Kantonsbeitrag schlugen negativ zu Buche.

Für das laufende Jahr rechnet die Schulgemeinde mit einem weiteren Minus von gut 86'000 Franken. Dies bei einem Steuerfuss von neu 70 statt 68 Prozent. Die Stimmbürger hiessen das Budget grossmehrheitlich gut. «Theoretisch wäre in den nächsten Jahren ein höherer Steuerfuss notwendig», erklärte Ackerknecht den Finanzplan und bemerkte:

«Da wir aber genügend Eigenkapital haben, können wir uns das leisten.»
Michael Ackerknecht, frisch gewählter Schulpräsident Hüttlingen.

Michael Ackerknecht, frisch gewählter Schulpräsident Hüttlingen.

Bild: Andreas Taverner

Viel zu reden und einige Gegenstimmen sowie Enthaltungen gab es beim Kreditantrag über eine Erweiterung des Wärmeverbunds der Holzschnitzelheizung. Die Leitung für die neu zu erstellenden Einfamilienhäusern soll voraussichtlich durch Landwirtschaftsland verlaufen. «Dies ist seit 2013 nicht mehr gestattet», wendete ein Votant ein. «Wenn niemand klagt, passiert auch nichts», widersprach eine weitere Person. «Das war meine erste Versammlung, welche über eine Stunde ging», bemerkte Kern zum Schluss um 21.26 Uhr.