Schule und Wirtschaft stärken sich

Mit dem Anlass «Schule und Wirtschaft» will die Handels- und Industrievereinigung Flawil Lehrpersonen, Wirtschafts- und Gewerbebetriebe gegenseitig auf Wünsche und Anforderungen Schulabgänger und Lernende betreffend sensibilisieren.

Melanie Graf
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Gerhard Schönenberger, Vorstandsmitglied der Handels- und Industrievereinigung Flawil, im Singsaal der Oberstufe. (Bild: meg.)

Gerhard Schönenberger, Vorstandsmitglied der Handels- und Industrievereinigung Flawil, im Singsaal der Oberstufe. (Bild: meg.)

FLAWIL. Seit über 20 Jahren organisiert die Handels- und Industrievereinigung Flawil (HIF) im Turnus von zwei, drei Jahren die Veranstaltung «Schule und Wirtschaft» mit der Flawiler Oberstufe. Ziel des Anlasses ist es die Lehrpersonen der Oberstufe und die späteren Lehrbetriebe auf die gegenseitige Bedürfnisse zu sensibilisieren, das Verständnis für einander zu fördern und ein wertvolles Netzwerk für beide zu schaffen. Gerhard Schönenberger, Vorstandsmitglied der Handels- und Industrievereinigung, sieht noch weitere Gründe für die Durchführung eines solchen Anlasses: «Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule stärkt den Platz Flawil wirtschaftlich und trägt zur Qualität eines Schulabgängers, der zum Lernenden wird, bei.»

Lehrer in der Schnupperlehre

Im Februar und März besuchten rund 30 Lehrpersonen Betriebe aus Wirtschaft und Gewerbe in Flawil für einen halben Tag, und schauten den Lernenden über die Schulter. Sie durften Interviews mit Berufsbildner und Betreuern führen und sich ein Bild davon machen, wie der Berufsalltag eines Lernenden abläuft. Im Jahr 2009 wurde ein ähnliches Programm veranstaltet. Die Auswertungen von damals lieferten ein wertvolles Fazit für die weitere Aufarbeitung. Am Mittwochnachmittag lud die Handels- und Industrievereinigung Flawil zum Auswertungsnachmittag in den Singsaal des Oberstufenzentrums Feld ein.

Von allen Seiten aufgezeigt

Die Organisation lud zahlreiche Referentinnen und Referenten ein. Michael Sing, Berufswahlkoordinator der Oberstufe Flawil, zeigte den Übergang von der Schule ins Berufsleben aus der Sicht eines Oberstufenlehrers auf. Irene Engeler, Fachfrau Personaldienst und Bildung des Kantonsspitals St. Gallen, beschrieb die Sichtweisen eines Unternehmens. Vom Schulalltag ins Berufsleben aus der Sicht eines Lernenden: Davon erzählte Fabian Hehli, der seine Ausbildung in der Flawa absolviert. Über die Rolle der Berufsschule beim Übertritt von der Volksschule ins Berufsleben referierte Marlis Iselin, Berufskundelehrperson am BZ Uzwil-Flawil. «Flawil ist mit dem Anlass <Schule und Wirtschaft> in einer Vorreiterrolle», sagte Schönenberger. Die Zusammenarbeit sei auf erfolgreichem Kurs. Der Schulleiter der Oberstufe, Claudio Besio, bestätigte dies und freute sich darüber, dass sich durch die Kontakte mit Wirtschaft und Gewerbe für die Schulabgänger viele Möglichkeiten eröffnet hätten.

Vorteile für Schüler

«Ich bekomme hin und wieder Mails von Industrie- und Gewerbebetrieben, die zuerst in der Flawiler Oberstufe nachfragen, ob es unter den Schülern Interessenten habe für freie Lehrstellen», so Besio. Der Kontakt von Schule und Wirtschaft führe zu wertvollen Diskussionen, bei denen beide Seiten ihre Wünsche und Anforderungen offenlegen können. Besio wies aber darauf hin, dass man sich noch so für den Schulabgänger einsetzen und ihn fördern könne, am Ende müsse sich der künftige Lernende selber bemühen, sich selber um die Stelle bewerben wollen und sich gut verkaufen können.

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