Schule Schurten muss schliessen

Nach mehrmaliger Thematisierung schliesst die Volksschulgemeinde Fischingen das Schulhaus Schurten auf den Sommer 2011. Die derzeit 16 Schülerinnen und Schüler werden dann an einem anderen Ort unterrichtet.

Belinda Halter
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schurten. Gemäss einer Medienmitteilung der Volksschule Fischingen (VSF) ist die Schliessung des Schulhauses Schurten auf den Sommer 2011 geplant. «Seit einigen Jahren war die Primarschule Schurten gefährdet. Doch bisher hat die Schulgemeinde diesen Schritt noch nicht gemacht», sagt Schulpräsident Urs Schwarz. Nach einer Diskussion mit den Eltern bei einem Elternabend im Juni dieses Jahres, sei dann der Entschluss innerhalb der Behörde gefallen, so Schwarz.

Die anwesenden Eltern seien sich darüber weitgehend einig gewesen, dass sie dem Schulstandort Schurten längerfristig kaum Überlebenschancen einräumen können und Rettungsversuche nur zu einem Hinauszögern eines unumgänglichen Schrittes führen würden. Die Schliessung des Schulhauses Schurten auf den Sommer 2011 werde in der nächsten Schulgemeindeversammlung vom 15. März beantragt.

Schwierige Aussichten

Mit der Zukunft des in den 50er-Jahren gebauten Schulhauses Schurten habe sich die Schulbehörde der Volksschule Fischingen intensiv auseinandergesetzt «Die Schülerzahl wird in den nächsten Jahren von heute 16 Schülerinnen und Schülern nochmals deutlich sinken. Die Perspektive ist, dass in vier Jahren nur noch zehn Schüler die Schule besuchen würden», erklärt Schwarz. So sei eine wirtschaftlich vertretbare Weiterführung der Schule nicht mehr möglich.

Die Schülerzahlen seien auch in den anderen zwei Aussenschulen Fischingen und Au immer wieder ein Thema. Man versuche dort Lösungen zu finden, denn weitere Schulschliessungen sollen möglichst vermieden werden, meint der Schulpräsident. Ausserdem wisse die Schulbehörde um die Bedeutung, welche die Schulen für die Bevölkerung hätten.

Immer weniger Schüler

«Seit über zehn Jahren zeichnet sich der Trend der Entvölkerung an den Schulen ab», berichtet Urs Schwarz. Dies sei vor allem in ländlichen Gemeinden ohne einen direkten Anschluss an den öffentlichen Verkehr der Fall.

Ausserdem sei der Schülerrückgang für viele Gemeinden des Kantons ein Problem. «Wir als Schulbehörde müssen mit den Gegebenheiten umgehen und das Beste aus der Situation und unseren Schulen machen.

Die Gemeindeentwicklung liegt jedoch in der Verantwortung der Politischen Gemeinde, und auch diese kann leider nicht zaubern», bedauert Schwarz. Den Schülerinnen und Schüler der Primarschule Schurten – sie werden im Moment in einer Klasse unterrichtet – steht nächsten Sommer ein Schulwechsel bevor. «Im Moment sind wir noch am Planen. Aber wir achten darauf, dass die Schüler in möglichst nah gelegene Schulhäuser kommen», sagt Schwarz. Mit einem erweiterten Schulbusangebot soll der neue Schulweg ermöglicht werden.

«Nachdem wir die Notwendigkeit abgeklärt haben, werden wir das bereits vorhandene Schulbusangebot weiter ausdehnen», sagt er. Da die VSF das grösste Einzugsgebiet des ganzen Kantons hat, muss sich die Schulbehörde nun der Herausforderung zusätzlicher Schulbusfahrten stellen.

Neuanfang in Planung

Dass die Schliessung des Primarschulhauses auch Folgen für die Lehrpersonen habe, sei klar. Kündigungen gebe es jedoch keine. Stattdessen werden andere Lösungen gesucht, so Schwarz.