Schützenverein bleibt bestehen

Die Schiessanlage Wolfertswil wird nächsten Herbst saniert und aufgehoben. Das Amt für Umwelt sagt, das Blei im Kugelfang verschmutze die Gewässer. Für die Schiesssaison 2016 bleibt jedoch alles beim alten.

Donat Beerli
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Die Schiessanlage mit Kugelfang. Nächsten Herbst wird sie saniert. (Bild: Donat Beerli)

Die Schiessanlage mit Kugelfang. Nächsten Herbst wird sie saniert. (Bild: Donat Beerli)

WOLFERTSWIL. Im September 2016 stellt der Militärschützenverein Wolfertswil den Schiessbetrieb auf die 300-Meter-Distanz ein. Danach wird der Kugelfang saniert beziehungsweise die kontaminierte Erde abgetragen. So will es der Kanton. Die Schiessanlage liegt in der erweiterten Grundwasserschutzzone und in der Gewässerschutzzone, weshalb eine Sanierung notwendig ist.

Kosten sind zu hoch

Der Schiessbetrieb bleibt auch nach den Sanierungsarbeiten eingestellt. «Wir verzichten auf eine Forderung für Nachrüstung», sagt Leo Kessler, Präsident des Militärschützenvereins Wolfertswil. Die Kosten seien zu hoch für einen Verein, der nur noch circa 20 Mitglieder zählt. Das Interesse habe in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, weil immer weniger Bürger dienstpflichtig seien und deren Pflicht für ausserdienstliches Schiessen mit 32 Jahren ende. Dazu kämen die hohen Sicherheits- und Betriebsvorschriften für den Schiessbetrieb. «Der Aufwand lohnt sich einfach nicht mehr», sagt Kessler.

Gewohnter Schiessbetrieb

Die nächste Saison läuft jedoch noch nach gewohntem Muster ab. Von Frühling bis Sommer wird in Wolfertswil noch geschossen. Was nachher mit dem Verein passiert, ist noch offen. Eine Auflösung stehe aber vorerst ausser Frage, sagt der Vereinspräsident. «Wir werden uns nach der Saison 2016 neu orientieren.» Ziel sei, den Verein neu auszurichten und im Interesse des Dorfes weiterzuentwickeln. Wer weiterhin auf 300 Meter schiessen will, muss sich bei einem Nachbarverein umschauen. «Die wenigen noch aktiven Schützen sind dort aber sehr willkommen», sagt Kessler.

Verein muss sich beteiligen

Im Gegensatz zum Schützenhaus ist der Kugelfang nicht im Besitz des Vereins. Trotzdem muss er sich als Verursacher gemäss Umweltschutzgesetz an der Sanierung beteiligen. Er tut dies in Form von Manpower. «Wir werden dort helfen, wo wir können», sagt Kessler. Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 275 000 Franken. «Der Schützenverein hätte sich eine Sanierung in einem kleineren Umfang gewünscht.» Auch Bürger hätten sich gegenüber Vereinsmitgliedern dementsprechend geäussert.

Den Grossteil der Sanierungskosten übernimmt die Gemeinde, aber auch der Bund finanziert mit. Er hat für die Sanierung und Überwachung von belasteten Standorten einen sogenannten Altlasten-Fonds geschaffen.

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