Schützenswerte Perlen der Natur

Im Gebiet des Naturschutzvereins Niederhelfenschwil/Zuzwil blühen rund 20 Arten wildwachsender Orchideen. So sind sie etwa im Wald oberhalb von Zuckenriet oder im Lenggenwiler Moos anzutreffen.

Ernst Inauen
Drucken
Der Frauenschuh ist auch in der Gegend rund um Zuzwil und Niederhelfenschwil anzutreffen. (Bild: PD)

Der Frauenschuh ist auch in der Gegend rund um Zuzwil und Niederhelfenschwil anzutreffen. (Bild: PD)

«Ich will Ihnen aufzeigen, welche kostbaren Schätze der Natur in Ihrem Gebiet zu finden sind. Nehmen Sie die Verpflichtung wahr, diesen Reichtum zu pflegen», wandte sich Referent Gottfried Grimm in einem Vortrag beim Naturschutzverein Niederhelfenschwil/Zuzwil an die Zuhörerschaft. Wildwachsende Orchideen seien in der Schweiz in der Regel sehr selten und daher geschützt. Der Rückgang sei unter anderem mit der ländlichen Bewirtschaftung zu begründen.

Mit Bildern zeigte Grimm im ersten Teil faszinierende Wildpflanzen, welche in hiesigen, lichten Waldgebieten, Feuchtgebieten und trockenen Magerwiesen mit guten Bedingungen und Licht gedeihen. So finden interessierte Naturbeobachter im Wald oberhalb von Zuckenriet den Frauenschuh, das Knabenkraut, das Waldvögelein und andere Vertreter der Gattung.

Kleines Knabenkraut, Fleischfarbener Fingerwurz

In Feuchtgebieten fühlen sich andere Orchideenarten wohl. Im Lenggenwiler Moos herrschen ideale Bedingungen, viel Licht und Nässe sowie eine eingeschränkte landwirtschaftliche Nutzung. Zu entdecken sind dort beispielsweise das Kleine Knabenkraut und der Fleischfarbene Fingerwurz, welche in verschiedenen Farbvarianten und Formen anzutreffen sind. Grimm erklärte auch die Entwicklung der mehrjährigen Pflanzen und den Bestäubungsvorgang. Er wird durch Insekten wie Bienen, Hummeln oder Falter vollzogen. «Orchideenschutz heisst deshalb auch Schutz der Wildbienen und anderer Insekten durch Schaffung von Nistmöglichkeiten und einen Blumenreichtum», gab der Referent zu bedenken. Auf einem kurzen Ausflug in Berggebiete wies er auf die Vorkommen von speziellen Orchideenarten in alpinen Gegenden hin. Auf trockenen Hochgebirgsrasen können sie bis auf Höhen von 2800 Metern gedeihen.

Gottfried Grimm Referent (Bild: ei)

Gottfried Grimm Referent (Bild: ei)