Schülerzahlen haben Talsohle erreicht

An der Jahresversammlung des Elternforums Zuzwil gab Schulratspräsident Clemens Meisterhans Entwarnung. Es werden keine Doppeljahrgangsklassen und keine Grossklassen eingeführt.

Peter Küpfer
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Schulpräsident Clemens Meisterhans referierte über die strategische Ausrichtung des Zuzwiler Schulrates. (Bild: Peter Küpfer)

Schulpräsident Clemens Meisterhans referierte über die strategische Ausrichtung des Zuzwiler Schulrates. (Bild: Peter Küpfer)

ZUZWIL. Urs Honold, Präsident Elternforum, konnte zur Jahresversammlung in der Scheune des Restaurants Kreuz eine stattliche Zahl von Mitgliedern begrüssen. Die Versammlung wickelte ihre statutarischen Geschäfte zügig ab und wählte für die zurücktretenden Sibylle Tappeiner und Jürg Stadler neu Janica Golem und Svea Johansson in den Vorstand.

Lehrplan 21

Die beiden Referate zu aktuellen Schulfragen stiessen auf grosses Interesse. Zunächst referierte Schulleiter Sven Keller über die Einführung des Lehrplans 21. Er heisst so, weil er nach dem Willen der nationalen Erziehungsdirektorenkonferenz in den 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantonen der Schweiz gesamthaft eingeführt werden soll, und zwar bis 2021. Keller fokussierte sein Referat auf die Kompetenzorientierung des Lehrplans 21.

Warum Kompetenzen?

Die neue Ausrichtung des Lehrplanes auf Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler ist methodischer Art. Der Referent zitierte in diesem Zusammenhang den Bildungskongress vom 29./30. April 1998 in München. Dort habe sich gezeigt, dass die bisherige Lernzielorientierung deutscher Schulen zu mehr Oberflächlichkeit und zu wenig nachhaltigen und vertieften Kenntnissen und Fähigkeiten geführt habe, besonders in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften. Die Ausrichtung des Lehrplans 21 auf Kompetenzen soll hier Abhilfe schaffen. So verlangt der Lehrplan 21 zum Beispiel als Grundkompetenz im Bereich Natur und Umwelt: «Die Schülerinnen und Schüler können zu selber erkundeten Lebensräumen und Lebewesen ihre Ergebnisse bildhaft darstellen und diese erläutern. Sie können Lebewesen ihren typischen Lebensräumen zuordnen» (Grundanspruch Ende 2. Klasse). Am Ende der 6. Klasse müssen die Schüler den Nachweis erbringen, dass sie «Wechselwirkungen innerhalb von Lebensräumen identifizieren und mit Denkmodelle verdeutlichen können» (Grundanspruch Ende 6. Klasse). Der Referent machte deutlich: Wenn auch der Lehrplan 21 nichts grundsätzlich anderes verlange, als was unsere Schulen schon immer leisteten, so werde er die zukünftige Bildungslandschaft unserer Schulen, ihre Methoden und auch die neuen Leistungsüberprüfungen- und Nachweise stark prägen.

Gemässigter Optimismus

Im Zentrum des Referates von Schulpräsident Clemens Meisterhans zu aktuellen Fragen der Zuzwiler Schule standen Überlegungen zu ihrer zukünftigen Entwicklung. Meisterhans machte deutlich, dass die Klassenbildung eine hochkomplexe Angelegenheit sei. So könne man bei den heutigen Schülerzahlen die beiden Grundanliegen «Kurzer Schulweg» und «grösstmögliche Durchmischung der Klassen punkto Ko-Edukation» (gleich viel Mädchen wie Knaben) oft beim besten Willen nicht zur Deckung bringen. Meisterhans informierte über die ausgedehnten Planungsgrundlagen, auf denen der Schulrat sich bewege. Sie zeigten, dass die Talsohle der Schülerzahlen langsam erreicht sei und bis 2030 eine Stabilisierung, eventuell sogar eine leichte Verbesserung eintrete. Es würden deshalb keine weiteren Massnahmen ergriffen. Es gebe keine Grossklassen (30 Schülerinnen und Schüler oder mehr) und man verzichte auf die Einführung von Zwei-Jahrgang-Klassen.

Schülerwanderungen

Beide Referate gaben zu engagierten Fragen und angeregten Diskussionen Anlass. Auch in Zukunft müsse mit «Schülerwanderungen» zwischen Zuzwil und Züberwangen gerechnet werden. Die Gefahren für velofahrende Schülerinnen und Schüler seien bekannt, Abhilfe nur teilweise realisierbar.

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