Schüler verkauften unverhofft Werke

BAZENHEID. Eine reale Weihnachtsgeschichte spielte sich an der Oberstufe Bazenheid ab. Für ein Projekt der Lehrerschaft sollte eine Klasse Kugeln basteln. Am Schluss waren es drei Klassen – freiwillig. Ein Hilfswerk erhält jetzt sogar eine 1000-Franken-Spende.

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Zu Recht stolz: Schüler der Oberstufe Bazenheid mit ihren Kunstwerken. (Bild: zVg)

Zu Recht stolz: Schüler der Oberstufe Bazenheid mit ihren Kunstwerken. (Bild: zVg)

HHG: Tönt kompliziert, hat aber einen einfachen Hintergrund. HHG ist die Abkürzung für den Verband, in dem sich die Ostschweizer Lehrpersonen für Handarbeit, Hauswirtschaft und Gestalten zusammengeschlossen haben. Der HHG engagiert sich seit 2004 für eine ganzheitliche Bildung, welche die handwerklich-kreativen Fächer und Hauswirtschaft einschliesst. Ende November begannen in verschiedenen Gemeinden Schülerinnen und Schüler, Sterne zu fertigen. Das Ziel der Aktion: auf den Wert der kreativen Fächer aufmerksam machen.

In der Freizeit in die «Hanzgi»

Passend zu den gebastelten Himmelsgestirnen lautete das Motto «Sternstunden». In Bazenheid nahm die 3. Realklasse unter der Leitung von Lehrerin Karin Schönenberger teil. Sie kreierte Kugeln aus Draht. Lehrer Daniel Löpfe stellte mit den Schülern im Werkunterricht passende Ständer her. Die Kunstwerke sollten die Tische am Apéro während der Elternbesuchstage vom 25. und 26. November schmücken und anschliessend eine festliche Stimmung ins Schulhaus zaubern – doch es kam anders.

Die geschmückten Kugeln fanden, so berichtet die Schule in einer Mitteilung, «grossen Anklang unter der Lehrerschaft». Immer wieder sei die Frage aufgetaucht, ob man die Kugeln kaufen könne. Die zwei Schülerinnen Arbnora Azizi und Marta Jozic fühlten sich durch diese Komplimente besonders geehrt. Sie suchten deshalb in ihrer Freizeit das Handarbeitszimmer auf, um eine weitere Kugel zu fertigen. Diese sollte ein Geschenk werden – eines, das Schulleiter Martin Bleiker seiner Frau überreichen kann. Dieser freiwillige Einsatz war der Startschuss für ein riesiges Projekt, das, so heisst es in der Mitteilung weiter, «so manche Planung über den Haufen fegte». Die beiden Mädchen nahmen fleissig Bestellungen auf. Die Bestellliste nahm ein Mass an, das nicht mehr von einer Klasse allein bewältigt werden konnte. Kurzfristig wurden vier weitere Lehrkräfte in die Formtechnik eingeführt. Sie begannen daraufhin, mit ihren Klassen ebenfalls solche Drahtkugeln herzustellen. Die beiden Freifach-Handarbeitsklassen der 3. Oberstufe schmückten die vielen Kugeln und händigten sie mit Stolz ihren Bestellern aus.

Hilfe für benachteiligte Kinder

Die Schülerinnen und Schüler durften selber wählen, welchem Hilfsprojekt sie ihren Erlös zukommen lassen möchten. Gewählt wurde die Non-Profit-Organisation «Sternschnuppe», die Kindern mit einer Krankheit, Behinderung oder schweren Verletzung Wünsche erfüllt. Was als Schulhaus-Dekoration für die Adventszeit gedacht war, wuchs durch den Einsatz der Oberstufenschüler und ihrer Lehrkräfte zu einem grossen Projekt für einen wohltätigen Zweck an. Die Organisation «Sternschnuppe» kann sich auf einen «überwältigenden Betrag» von über 1000 Franken freuen. (pd/mf.)

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