Schüler schenken 70 Vogelhäuser

Die 6. Klasse des Primarschulhauses Brühlacker hat rund 70 Vogelhäuschen hergestellt. Diese werden Landwirten und Privatpersonen zur Verfügung gestellt, die am Vernetzungsprojekt der Politischen Gemeinde Oberbüren beteiligt sind.

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OBERBÜREN. Das Vernetzungsprojekt 2011–2016 ist eine Weiterführung des Vernetzungsprojektes der Interkantonalen Regionalplanungsgruppe Wil (IRPG), welche im Jahre 2005 ein Projekt in der Region Wil mit 11 Gemeinden lancierte. Der Gemeinderat Oberbüren hat im Februar 2011 eine Weiterführung beschlossen und eine Arbeitsgruppe für die Ausarbeitung des Vernetzungsprojekts beauftragt. Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten in der Arbeitsgruppe wurde das eingereichte Konzept am 21. September 2011 durch den Kanton genehmigt. Die bestehende Arbeitsgruppe wurde daraufhin in die heutige Vernetzungskommission umgewandelt. Diese, neu unter Vorsitz von Erich Frick, landwirtschaftlicher Berater beim Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil, betreut und überwacht nun das Konzept und die verschiedenen Fördergebiete in der Gemeinde. Um die Hecken und Obstgärten aufzuwerten, sind die Landbesitzer auch verpflichtet, für die Vogelwelt Nistkästen aufzustellen und jährlich zu reinigen. Daraufhin wurde beschlossen, dass die entsprechenden Nistkästen den Landwirten, aber auch Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden.

Werken praxisbezogen

Die Schüler von Lehrer Daniel Höhener haben nun in den letzten Wochen in ihren Werkstunden verschiedene Vogelhäuschen hergestellt. Unter Anleitung von Armin Scheurer, pensionierter Hauswart, haben die Kinder gehobelt, gebohrt und geschraubt. Lehrer Daniel Höhener zeigte sich begeistert vom Einsatz der Kinder und freut sich, dass für einmal eine Arbeit auch der Bevölkerung zugute kommt. Symbolisch konnten die Schüler die Nistkästen alt Gemeinderat Kurt Bommeli überreichen. Dieser war während seiner Amtszeit Präsident der Vernetzungskommission. Er besuchte die Kinder im Unterricht, stellte im Gespräch mit ihnen fest, dass sich Knaben und Mädchen äusserst engagiert zeigten, und lud diese spontan zu Wurst und Brot ein.

Schulunterricht in der Hecke

Die Kinder konnten nun mit Gemeinderätin Gaby Kempter, Mitglied der Vernetzungskommission, einige der Nistkästen selbst aufhängen. Begleitet wurden sie vom Vogelexperten Heinz Grob und vom Förster Leo Hess. Letzterer betont, dass die Vernetzung der Landschaft ein zentrales Thema sei, nicht nur für Vögel, sondern auch für Biber, Rehe oder Wildschweine. So sei es wichtig, dass Barrieren in der Landschaft, wie Bahnlinien, Autobahnen, Städte, aber auch intensiv genutzte Wiesen für die Säugetiere durch diese Vernetzungskorridore umgangen werden können. Für Vögel wiederum sind Hecken und ausgelichtete Waldränder, Obstgärten und Bachgehölze entscheidend für ihren Lebensraum.

Es zeigt sich, dass solche Projekte Schule und Natur zusammenbringen. Dank solcher Erlebnisse verschafft sich die Schule nicht nur «Goodwill», sensibilisiert es doch auch die Kinder für die Aufgaben und Herausforderungen der Landwirte. (pd)