Schüler mit Schlauch im Einsatz

Zum vierten Mal führte die Stützpunktfeuerwehr Münchwilen zusammen mit dem Feuerwehrverein und dem Samariterverein eine Schülerdemo durch. Die Jugendlichen konnten dabei für einmal selber am Schlauch stehen.

Peter Mesmer
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MÜNCHWILEN. 160 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Münchwilen konnten anlässlich der Schülerdemo Einsicht in die Arbeiten der Feuerwehr nehmen. Organisator Beat Fischer und seine freiwilligen Helferinnen und Helfer zeigten sich erfreut über das Interesse und das begeisterte Mitmachen der Jugendlichen.

Seit 2004 im Schulprogramm

Immer wieder kam es in der Vergangenheit in der Sekundarschule Waldegg zu Beschädigungen an den Löscheinrichtungen. Vor allem die Feuerlöscher waren begehrte Objekte, um damit Unfug zu treiben.

Das passte natürlich dem Hauswart Beat Fischer, einem langjährigen, begeisterten Feuerwehrmann, überhaupt nicht. «Ich suchte nach einer Möglichkeit, um den Jugendlichen die Gefahren eines Brandes aufzuzeigen, und was es dann bedeuten könnte, wenn ein Feuerlöscher nicht richtig oder gar nicht funktioniert.»

So kam Fischer auf die Idee einer Schülerdemo durch die Feuerwehr.

Bei seinen Brandbekämpfungskollegen, aber auch bei der Schulleitung stiess er mit seinem Anliegen auf offene Ohren. Und seit 2004 gehört der Schnuppervormittag bei der Feuerwehr ins offizielle Schulprogramm der Sekundarschule Waldegg. Am vergangenen Mittwoch beschäftigten sich die Waldegg-Schülerinnen und -schüler für einmal nicht mit Theorie in den Klassenzimmern. Vielmehr galt es diesmal, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Jugendliche mit Interesse dabei

Aufgeteilt in Gruppen lernten die Jugendlichen an verschiedenen Posten die Einsatzgebiete der Feuerwehr und der Samariter kennen. Spektakulär waren der Wassereinsatz ab dem Tanklöschfahrzeug mit einem Schnellangriff und die Handhabung eines Feuerlöschers.

Besonders gefallen hat den Teilnehmenden natürlich auch der Posten Hubretter.

Wer schwindelfrei war, hatte die Möglichkeit, die Umgebung der Waldegg-Schule aus der Vogelperspektive zu betrachten. 32 Meter Arbeitshöhe machte allen grossen Eindruck. Mit Interesse waren die Schüler aber auch beim Samariterposten mit dabei und lauschten aufmerksam den Ausführungen beim Posten «Fluchtwege und Evakuierung der Schule Waldegg».

Vielleicht ist ja beim einen oder anderen Schüler bei der Fahrzeug- und Geräteausstellung der Stützpunktfeuerwehr das Interesse an der Feuerwehrarbeit so weit geweckt worden, dass er oder sie sich in naher Zukunft sogar ein aktives Mitwirken bei der Feuerwehr vorstellen könnte. «Das wäre natürlich toll», findet Beat Fischer. Das sei aber nicht das Ziel der alle zwei Jahre stattfindenden Schülerdemo. Es gehe in erster Linie um Sensibilisierung betreffend der Gefahren und Prävention.

«Seit wir die Schülerdemos durchführen, beobachten wir an den Löscheinrichtungen der Waldegg praktisch kein Vandalenakte mehr.»

Abwechslung im Schulalltag

Positiv beurteilt auch Lehrer Patrick Benz das Projekt: «Die Schüler nehmen die Demo als willkommene Abwechslung zum Schulalltag wahr und sie erweitern dabei ihren Horizont.» Die praktische Wahrnehmung einer Gefahr, zum Beispiel wenn man die Hitze des Feuers am eigenen Leib spüre, lasse sich im theoretischen Unterricht niemals so gut und eindrücklich vermitteln.

Beat Fischer nahm zum Abschluss der Veranstaltung auch gleich noch die Gelegenheit wahr, um die Schüler vor den Gefahren der Adventszeit zu warnen. «Sagt euren Eltern ruhig, wie gefährlich Adventskränze und Weihnachtsbäume mit brennenden Kerzen sind. Da ist grosse Vorsicht geboten. Wir von der Feuerwehr sind froh um jeden Einsatz, den wir nicht leisten müssen.»

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