Schranken schränken Unfälle ein

Seit 2013 sind die meisten der 31 Bahnübergänge in Münchwilen mit Barrieren gesichert. Auswertungen zeigen: Vergangenes Jahr gab es im Bezirkshauptort nur noch zwei Unfälle mit der Frauenfeld-Wil-Bahn – acht weniger als 2010.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
Beim Bahnübergang im Dorfzentrum von Münchwilen haben Schranken zu einer markanten Reduktion der Anzahl Unfälle geführt. (Bild: Simon Dudle)

Beim Bahnübergang im Dorfzentrum von Münchwilen haben Schranken zu einer markanten Reduktion der Anzahl Unfälle geführt. (Bild: Simon Dudle)

MÜNCHWILEN. Noch vor fünf Jahren war die Frauenfeld-Wil-Bahn statistisch fast jeden Monat in einen Unfall verwickelt. Zehn Unfälle gab es damals, und das lediglich auf dem Gemeindegebiet von Münchwilen. Dies entspricht der Hälfte aller Zusammenstösse auf der gesamten Strecke. Seither konnte die Unfallstatistik Schritt für Schritt gesenkt werden. 2012 gab es im Bezirkshauptort noch sieben Unfälle, 2013 noch drei, vergangenes Jahr sogar nur noch zwei. Im laufenden Jahr war in Münchwilen noch kein Unfall im Zusammenhang mit der Frauenfeld-Wil-Bahn zu registrieren.

Der Grund liegt auf der Hand: Im Jahr 2013 wurden die meisten Bahnübergänge mit Schranken versehen, womit die Gefahr merklich reduziert wurde. «Die Unfallsituation hat sich deutlich verbessert», sagt Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter. «Die zahlreichen Sanierungen der Bahnübergänge auf der ganzen Strecke scheinen Wirkung zu zeigen. Nicht nur in Münchwilen, sondern auf der ganzen Strecke sind die Unfallzahlen rückläufig», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Frauenfeld-Wil-Bahn. Dies bestätigt ein Blick auf die Statistik. Noch fünf Unfälle waren es 2014 zwischen Wil und Frauenfeld – das sind nicht einmal halb so viele wie im Jahr zuvor, als es elfmal gekracht hatte. Und dies bei mehr Verkehr.

Vor einer Einigung

Von den total 102 Bahnübergängen auf der gesamten Strecke sind 35 aufgehoben worden, 44 wurden saniert. 23 Übergänge müssen noch erneuert werden. Dies geht nicht überall problemlos, da sich Anwohner aus unterschiedlichen Gründen dagegen wehren. In Münchwilen sind noch zwei Orte offen. Beim Buchenacker und bei der Neuhofgarage – die beiden Übergänge liegen direkt nebeneinander, hängen technisch zusammen und sollen darum gleichzeitig in Angriff genommen werden – scheint eine Lösung bevorzustehen. «Wir haben uns mit den Einsprechern gefunden. Nun müssen noch letzte Details geklärt werden. Sobald die Baubewilligung vorliegt, beginnen wir mit der Umsetzung», sagt Liniger. Genau an jener Stelle hatte es vergangenes Jahr einen der beiden Unfälle gegeben.

Noch etwas weniger nahe scheint die Einigung in der Dorfmitte beim Abzweiger der Frauenfelder- von der Eschlikonerstrasse. «Es laufen Verhandlungen mit den Grundstückbesitzern. Alles ist offen und es können keine Aussagen gemacht werden», sagt Grütter.

Drei Prozent mehr Verkehr

Nicht alle sind aber glücklich mit den Schranken. Immer wieder ist im Dorf zu hören, die Barrieren würden mehr Stau verursachen. «Diese Aussage muss bezweifelt werden. Der Viertelstunden-Takt der Bahn und die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs sind eher Ursachen der Staus in Münchwilen», sagt Gemeindepräsident Grütter. Laut seinen Angaben hat der Verkehr auf dem Autobahnzubringer Q20 zum Zentrumskreisel in den vergangenen vier Jahren um drei Prozent zugenommen. «Die Schliesszeiten der Schranken wurden laufend optimiert, und es bestehen kaum noch Unterschiede der Wartezeiten vor und nach der Erstellung der Schranken», sagt Grütter.

Es stellt sich die Frage, wie die Verkehrssituation aussieht, wenn im Herbst 2016 mitten im Dorf die sich im Bau befindende Migros ihre Pforten öffnet. «In der dreijährigen Planungsphase wurde die Verkehrssituation mehrfach unter verschiedensten Annahmen berechnet und mit Hilfe einer Computersoftware simuliert. Die Berechnungen ergaben keinen besonders feststellbaren Einfluss auf die aktuelle Verkehrssituation», sagt Grütter. Man müsse aber die Realität im Alltag abwarten.