Schönheiten mit Fell und Gefieder

Der Ornithologische Verein Münchwilen präsentierte über das Wochenende an der Thurgauer Kantonal-Kleintierausstellung 854 Kaninchen, 309 Geflügel und 403 Tauben aus dem Kanton Thurgau und der gesamten Schweiz.

Maya Heizmann
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Die Preisrichter Michel Bovet und Martin Wyss präsentieren ein Prachtexemplar eines Hahns. (Bild: Maya Heizmann)

Die Preisrichter Michel Bovet und Martin Wyss präsentieren ein Prachtexemplar eines Hahns. (Bild: Maya Heizmann)

MÜNCHWILEN. Die Kleintierausstellung war nicht zu verfehlen, denn schon von weitem war das laute Krähen der vielen Hähne in der grossen Sporthalle Waldegg zu hören.

Die Länge der Ohren

Nebst der Kantonalen Kaninchenstämmeschau und der Vereinskonkurrenz von Sirnach und Münchwilen waren Züchter der Schweizer Clubs der Blau- und Weisswiener Rassekaninchen, der Kalifornier und der Neuseeländer, der Russenkaninchen und der Deutschen Zwerghühner zu Gast. Von Hermelin, Loh, Sachsengold, Schweizer Feh über Holländer, Rhön, Chinchilla und Russen bis zum Farbenzwerg und mehr: 13 Experten hatten alle Hände voll zu tun, um die Rassekaninchen nach ihren Standards zu bewerten.

100 Punkte kaum erreichbar

Felix Hardegger ist seit 25 Jahren Experte für Kaninchen. Er hat ein prächtiges Schweizer-Scheck-Kaninchen vor sich auf dem Tisch. Zuerst wird die Nummer kontrolliert, danach wird das schwarz-weisse Tier nach seiner Gesamterscheinung beurteilt. Der Kopf sollte markant, dicht an den Schultern anliegend sein und eine breite Stirn aufweisen. Die Ohren müssen aufrecht stehen und behaart sein. Auch die Länge der Ohren ist wichtig, sie sollte 16,5 bis 18 Zentimeter betragen. Nun wird das Kaninchen auf den Rücken gelegt, um das Becken, die Hinterläufe wie auch die Bauchlinie zu überprüfen. Ebenso gibt es Punkte für die Kopf- und Rumpfzeichnung. Auch das Fell spielt eine Rolle – es sollte dicht, voll, griffig, mit viel Unterwolle und reichlich Deck- und Grannenhaaren versehen sein. Alles muss nach den rassetypischen Standards stimmen.

Die höchste Punktzahl 100 wird nie erreicht. Doch 97 Punkte sind ein sehr gutes Zuchtergebnis. Die meisten Kaninchen sind diese Prozedur gewohnt und lassen sie ruhig über sich ergehen.

Zwölf Schwanzfedern

So ist es auch beim Geflügel und bei den Tauben, wo zehn Preisrichter die Tiere beurteilten. «Das Gefieder der Tauben ist ein wahres Kunstwerk», sagt Preisrichter Paul Huber. «Ob Thurgauer Mönch, Thüringer Schnippe, Thüringer Flügel gelb fahl gehämmert oder süddeutsche Blassen – jede Taube sollte genau zwölf Schwanzfedern aufweisen», bemerkt er. Übers Wochenende wurden die Vielfältigkeit der 1566 Kleintiere von den zahlreichen Besuchern bewundert, ebenso die wunderschönen Handarbeiten am Fellnähstand. Zudem präsentierten Mitglieder der Vereinigung «Fleischverwertung Kleintiere Schweiz» Köstliches aus ihrer Produktepalette.

«Vier Jahre Vorbereitungszeit brauchte es, um eine solch grosse Ausstellung auf die Beine zu stellen», sagt Marcel Varga, Vereinspräsident des Ornithologischen Vereins Münchwilen. «Ohne die vielen freiwilligen Helfer aus den eigenen Reihen und aus den Münchwiler Vereinen wäre die Austragung dieses Wettbewerbs in solch einem grossen Umfang schlicht unmöglich», erklärt er.