Schöbi ist offiziell neuer Pfarrer

Die Seelsorgeeinheit Magdenau hat einen neuen Pfarrer. Gestern wurde Markus Schöbi offiziell in sein Amt eingesetzt. Im Gottesdienst bedankte sich die Gemeinde auch bei Meinrad Gemperli für seinen Einsatz während der Pfarr-Vakanz.

Angelika Hardegger
Merken
Drucken
Teilen
Dekan Sepp Koller (rechts) setzte Markus Schöbi im Namen von Bischof Markus Büchel offiziell ins Pfarramt ein. (Bilder: Angelika Hardegger)

Dekan Sepp Koller (rechts) setzte Markus Schöbi im Namen von Bischof Markus Büchel offiziell ins Pfarramt ein. (Bilder: Angelika Hardegger)

FLAWIL. Er habe sich schon lange nicht mehr so auf einen Tag gefreut wie auf diesen Sonntag, sagte Pfarradministrator Meinrad Gemperli gestern in der St. Laurentius-Kirche. Nach dem Wegzug von Pfarrer Josef Wirth im Jahr 2011 hatte Gemperli die amtlichen Pfarrfunktionen in der Seelsorgeeinheit Magdenau übernommen. Das war vor vier Jahren. Gestern nun konnte er den Stab an einen neuen Pfarrer übergeben: Markus Schöbi wurde in der Flawiler St. Laurentius-Kirche von Dekan Sepp Koller offiziell in das Amt eingesetzt.

Herzlicher Abschied

Damit war der gestrige Gottesdienst Abschieds- und Begrüssungsfeier gleichermassen. Der doppelt spezielle Anlass zog sehr viele Gläubige in die katholische Kirche St. Laurentius. So voll seien die Ränge in den vergangenen vier Jahren nur an den hohen Festen gewesen, stellte Meinrad Gemperli fest.

Im zweistündigen Gottesdienst wurde der ehemalige Wiler Stadtpfarrer von Vertretern des Kirchenverwaltungsrates und des Seelsorgeteams herzlich verabschiedet. Er sei sehr verbunden mit der Kirchgemeinde, betonte der 79-Jährige. Dennoch sei er aus gesundheitlichen Gründen froh, dass nach vier Jahren das Pfarramt mit seinem Nachfolger Markus Schöbi nun auch offiziell besetzt werden konnte.

Zurück in die Heimat

Für den in Gossau aufgewachsenen Markus Schöbi war die Feier in der Laurentiuskirche eine Premiere. Schöbi hatte zuletzt im Baselbieter Laufental gewirkt. Im Juni hatte Bischof Markus Büchel ihn für das Pfarramt in der Seelsorgeeinheit Magdenau vorgeschlagen. Im August wurde er in allen vier Pfarreien einstimmig gewählt.

Schöbi seinerseits hatte die Wahl zwischen zwei Kirchgemeinden. Welche Alternative ihm der Bischof zur Seelsorgeeinheit Magdenau präsentiert hatte, wollte er nicht verraten. Zu Flawil und den umliegenden Dörfern habe er aber insofern einen besonderen Bezug, als ihm die Gegend aus seiner Jugend noch sehr vertraut sei.

Kein Konservativer

Was er in der Seelsorgeeinheit Magdenau verändern wolle? «Vorerst nichts.» Vieles laufe in den Pfarreien sehr gut, ist Schöbi überzeugt. Persönlich lege er in der täglichen Arbeit besonderen Wert darauf, dass die christliche Botschaft «wirklich bei den Gläubigen ankommt». Die Nähe zum Menschen sei ihm wichtiger als eine besonders hochstehende Liturgie, erklärt Schöbi, der sich als «eher fortschrittlichen Pfarrer» einschätzt.

Hausgemachter Priestermangel

Diese «Abgehobenheit» der Kirche sei wohl mitverantwortlich für den Priestermangel, mit dem die katholische Kirche kämpfe. «Wir Pfarrer müssen uns auch selbst an der Nase nehmen», sagte er. «Wenn die christliche Botschaft bei den Menschen ankommt, entscheiden sich mehr Junge für einen kirchlichen Beruf.» In diesem Sinn habe er ein gewisses Verständnis dafür, dass sich viele Theologen gegen das Pfarramt entscheiden würden. Er selbst würde auch ein zweitesmal Pfarrer werden.