Schnittgrün hoch im Kurs

Die Nachfrage nach Schnittgrün ist derzeit gross. Stefan Oberholzer, Landwirt und Christbaumzüchter im Bubental, sorgt für genügend Nachschub. Bald aber widmet er sich dem Christbaumgeschäft.

Melanie Graf
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FLAWIL. Weihnachten steht vor der Türe und bald geht das Advents- und Christbaumgeschäft los. Stefan Oberholzer hat alle Hände voll zu tun. Auf rund fünf Hektaren seines Betriebs wachsen Christbäume. Doch nicht jeder der Bäume ist dazu auserwählt, ein Christbaum zu werden. Einige seiner Bäume nutzt Oberholzer für das Schnittgrün. Er schneidet es von Bäumen, welche nicht die richtige Form haben oder von älteren Bäumen mit schönem «Chres». Das Schnittgrün wird von den Gärtnereien zur Grab- und Weihnachtsdekoration verarbeitet. Zypressensorten, Föhrensorten, Wachholder, Mammutbaum oder Eibe stehen hoch im Kurs. Tannenäste und Nordmannsreisig werden auch von vielen Privaten für den Garten, für Gestecke und Kränze verwendet. Und auch für die Lägelisnacht hat er schon einige Bestellungen entgegengenommen. Mit der Schnittgrünproduktion hat Oberholzer schon vor einigen Wochen begonnen. Auch vor seinem Hof häufen sich die Äste. Er verkauft diese, die Christbäume und weitere Dekorationsartikel im Direktverkauf ab Hof. Oberholzer weiss, was seine Kunden im Advent wollen. «Vor allem Dekorationsbäume für drinnen und draussen.»

Nach dem Mond fällen

Je näher Weihnachten rückt, desto wichtiger wird der Weihnachtsbaum. «Es kommt oft vor, dass Familien Wochen vor Weihnachten zu mir kommen und auf der Plantage einen Baum anzeichnen, den ich ihnen kurz vor Weihnachten fälle», erzählt Oberholzer. Bei der Fällung achte er auf den Mond (siehe Kasten). Der Baum bleibe länger frisch, ist er überzeugt. Der Lieblingsbaum seiner Kunden sei die Nordmannstanne oder auch die Rottanne. Bei ihm in der Stube stehe eine Nordmannstanne. Manchmal auch eine Korktanne, verrät der Christbaumzüchter. Die Korktanne hat die gleiche Farbe wie die Blautanne, nur stechen die Nadeln nicht so. «Die Korktanne ist bei den Floristinnen um einiges beliebter als die Blautanne», sagt Oberholzer lachend.

30 Prozent geht ein

Das ganze Jahr über hegt und pflegt Oberholzer seine Bäumchen. Er mäht die Wiese auf der Plantage, setzt Bäumchen nach, schneidet und bindet die Äste zurecht. Spätfrost im Frühling, Hagelschäden, zu nasser Boden und Pilze können den Bäumchen zu schaffen machen.

Auf seinen rund fünf Hektaren stehen schätzungsweise 30 000 Christbäume. Ein Christbaum mit einer Grösse von etwa zwei Metern braucht zehn Jahre um heranzuwachsen. Rund 30 Prozent der Bäume geht aus verschiedenen Gründen ein. Oberholzer übernahm im Jahr 2006 den Hof seiner Eltern Vreni und Hans Oberholzer. Sie haben vor rund 30 Jahren mit der Christbaumzucht begonnen.

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