Schmidlis süsse Sachen: Ein Bronschhofer produziert Schokolade und Guetzli – mit dem Verkauf sammelte er 2500 Franken Spendengeldern

Der auch im Rentenalter leidenschaftliche Koch und Konditor Walter Schmidli stellte seine Passion in den Dienst der Aktion «Helfe idä Krise».

Christof Lampart
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Walter Schmidli präsentiert seine süssen Kreationen. «Wer zehn Franken spendet, kann sich eine Schoggi oder einen Beutel aussuchen», sagt der Konditor.

Walter Schmidli präsentiert seine süssen Kreationen. «Wer zehn Franken spendet, kann sich eine Schoggi oder einen Beutel aussuchen», sagt der Konditor.

Bild: Christof Lampart

Als der 74-jährige Walter Schmidli aus Bronschhofen einen Brief der Aktion «Helfe idä Krise» las, spendete er sofort einen Geldbetrag. Doch das war ihm zu wenig. Vielmehr wollte der auch im Rentenalter nach wie vor leidenschaftliche Koch und Konditor seine Passion mit der Aktion verknüpfen. «Ich stelle in der kalten Jahreszeit oft für meine Freunde hochwertige Schokoladen und Florentiner-Guetzli her. Mir kam deshalb der Gedanke, dass ich zum Selbstkostenpreis die Produktion nun einmal im Frühling starten und dann den Reinerlös der ‹HIK›-Aktion spenden könnte», erzählt Schmidli.

Spendenaktion «Helfe idä Krise»

Ende März erhielt der ehemalige Küchenchef der Wengener «Alpenrose» einen Brief seiner ehemaligen Arbeitskollegin Corina Dvorak. Die in Tuttwil Lebende hatte zusammen mit Dino Scherrer die Aktion «Helfe idä Krise» (HIK) ins Leben gerufen und schrieb ihre Freunde an.

Der Rundbrief beginnt mit «Wer sich guter Gesundheit erfreut, ist reich, ohne es zu wissen». Anschliessend listeten die Initianten die «neue Normalität» auf, wie Schulschliessung, Homeoffice, Betriebsschliessungen oder Armut. Sie schreiben: «Aufgrund des Lockdowns haben sich die Auslagen bei uns reduziert, da das Leben mehrheitlich zu Hause stattfindet. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, die Spendenaktion ‹HIK› ins Leben zu rufen. Wir haben das Projekt mit der Zahlung von 200 Franken bereits gestartet.» Das Total der Einnahmen geht an die Caritas Schweiz, «Familien in Notlage», und wird Ende des Monats überwiesen. (art)

Für Schmidli ist es selbstverständlich, «das ich nur hochwertige Zutaten verwende». So greift er für seine 120-Gramm- Schokolade-Tafeln auf die erstklassige Grand cru Couverture der Schwyzer Firma Felchlin zurück, deren Kakao in Costa Rica geerntet wird. Ebenso stellt Schmidli feinste Florentiner-Guetzli her, die er in Beuteln zu je acht Guetzlis anbietet. «Wer zehn Franken spendet, kann sich eine Schoggi oder einen Beutel aussuchen», erklärt der Konditor.

Schon über 250 Stück verkauft

Anfänglich rechnete der Bronschhofer mit «maximal 100 Einheiten», die er innerhalb der drei Monate, welche die Aktion HIK laufen sollte, verkaufen könne. «Damit wäre ich schon sehr zufrieden gewesen», so Schmidli.

Tatsache ist aber, dass «ich nach 80 Tagen schon über 250, vielleicht aber auch schon 270 Bestellungen entgegennehmen durfte», freut sich der Macher. Damit kann er der HIK mindestens 2500 Franken zukommen lassen. Die Zutaten für die Süssigkeiten sind dabei nicht verrechnet, Schmidli trägt diese Kosten selbst. Schmidli freut sich:

«Es ist ein sagenhaftes Gefühl, wenn man sich an einer guten Sache beteiligen kann, und dann auch realisiert, dass das eigene Vorhaben so gut angenommen wird.»

Ganz generell hat die HIK-Aktion in den zurückliegenden Monaten während der Coronapandemie eine tolle Eigendynamik entfaltet, ist doch die Spendengesamtsumme mittlerweile auf über 13'800 Franken, das der Stand vom 23.Juni, angewachsen.