Schlossherr im Bierparadies

Der Zuzwiler Claudio Burtscher ist neues Mitglied in der Geschäftsleitung von Feldschlösschen. Mit unserer Zeitung sprach der 42-Jährige über seine Arbeit für die Grossbrauerei, über Feierabendbier und über biertrinkende Frauen.

Ursula Ammann
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Claudio Burtscher sorgt dafür, dass das Bier vom Feldschlösschen in die Verkaufsregale kommt. (Bild: pd)

Claudio Burtscher sorgt dafür, dass das Bier vom Feldschlösschen in die Verkaufsregale kommt. (Bild: pd)

Herr Burtscher, welches Bier trinken Sie am liebsten, wenn Sie zu Hause in Zuzwil sind?

Claudio Burtscher: Ich bin immer noch ein Branchen-Neuling und probiere mich durch das Sortiment von Feldschlösschen. Feldschlösschen Premium und Braufrisch kristallisieren sich als meine Favoriten für das Feierabendbier heraus. Ich bin aber auch sehr offen für die Spezialitätenbiere wie beispielsweise Cardinal Brunette, ein obergäriges Ale oder stärker gehopfte Biere wie das Valaisanne Pale Ale.

Weshalb arbeiten Sie ausgerechnet bei Feldschlösschen? Schützengarten läge doch eher am Weg.

Burtscher: In der Tat wäre dies ein kürzerer Arbeitsweg, aber nicht nur dieses Kriterium zählt. Feldschlösschen ist ein tolles Unternehmen. Ich habe mich sofort wohl gefühlt und freue mich jeden Morgen, wenn ich dieses schöne Schloss sehe. Einen solchen Arbeitsplatz hat nicht jeder.

Wie oft sind Sie im Schloss, dem Hauptsitz in Rheinfelden, anzutreffen?

Burtscher: Ich plane meine Aufgaben von Rheinfelden aus und verbringe einen grossen Teil meiner Arbeitszeit dort. Unter der Woche bin ich somit mehrheitlich in der Nordwestschweiz. Wichtig ist mir aber auch der Kundenkontakt, die ich sehr regelmässig pflege. Feldschlösschen ist ein national tätiges Unternehmen und das bringt mit sich, dass unsere Kunden in der ganzen Schweiz verteilt sind. Eine gewisse Reisetätigkeit ist also mit meinem Job auch verbunden.

Sie sind Teil der Geschäftsleitung von Feldschlösschen. Steht da bei Sitzungen auch mal Bier statt Wasser auf dem Tisch?

Burtscher: Wir sprechen viel über Bier und degustieren auch immer wieder Produkte. Während den Sitzungen und unserer Arbeit trinken wir aber alkoholfreie Getränke. In der Mittagspause oder zum Feierabend wird dann schon mal gemeinsam ein Bier getrunken.

Ihr Zuständigkeitsbereich ist der Verkauf Detailhandel. Wie sieht bei Ihnen ein typischer Arbeitstag aus? Was sind typische Aufgaben?

Burtscher: Ich leite ein Team von über 30 Leuten und habe mit den Mitarbeitenden, die ich direkt führe, regelmässige Sitzungen. Die Teams erarbeiten Verkaufspläne, besuchen Kunden und bearbeiten alle Anliegen unserer Abnehmer. Als Mitglied der Geschäftsleitung betreue ich die strategischen Themen aus unserem Bereich und bringe diese dann in die Entscheidungsgremien ein. Ich besuche regelmässig unsere Kunden. Der direkte Draht in den Markt ist mir sehr wichtig.

Die Biervielfalt ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Immer mehr mischen auch kleinere Brauereien im Markt mit. Macht es das für ein Unternehmen wie Feldschlösschen schwieriger, das Bier an den Mann/die Frau zu bringen?

Burtscher: Der Anteil an Klein- und Kleinstbrauern nimmt in der Tat laufend zu. Das tut der Branche gut, denn noch nie wurde so viel über Bier gesprochen. Das Thema ist bei einer breiten Bevölkerung angekommen, und immer mehr Leute interessieren sich für die Hintergründe des Brauhandwerks. Anderseits ist der Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz seit Jahren stabil, und durch die grössere Anzahl Brauereien ist der Markt natürlich kompetitiver geworden.

Stichwort Frau: Bier ist immer noch eher ein Männergetränk. Was wird bei Feldschlösschen unternommen, um dies zu ändern?

Burtscher: Bier hatte lange Zeit das Image des typischen Männergetränks. Aber auch hier sehen wir eine Trendwende. Es gibt mehr Frauen, die sich ans Bier heranwagen. Wir bieten beispielsweise Kurzseminare zum Thema Bier und Frauen anlässlich des «Tags des Schweizer Bieres» Ende April an und haben auch unter dem Jahr immer wieder Frauengruppen im Schloss, denen wir das Thema näherbringen. Für Frauen, die den klassischen Biergeschmack nicht mögen, haben wir die Marke Eve in unserem Sortiment.

Bevor Sie zu Feldschlösschen gekommen sind, arbeiteten Sie für Mars Schweiz. Wie kam der Wechsel von der Schokolade zum Bier?

Burtscher: Ich war bei Mars – nicht nur für Schokolade zuständig, sondern auch für Reis und Tierfutter. Nach 19 Jahren im Unternehmen war für mich der Moment gekommen, etwas Neues anzupacken. In der Geschäftsleitung von Mars hatte ich ein gutes Team um mich, aber ich wollte eine Veränderung, um wieder neue Herausforderungen im Berufsalltag zu haben. Das Angebot von Feldschlösschen kam zum richtigen Zeitpunkt. Bier ist ein Produkt, das positive Emotionen, Genuss und Lebensfreude ausstrahlt. Das gefällt mir.

Ende Juli findet in der Wiler Altstadt wieder die Hofchilbi statt. Dann wird jeweils ein Fass mit Feldschlösschen-Bier angestochen. Sind Sie dabei?

Burtscher: Ich habe schon davon gehört, dass der Feldschlösschen-Sechsspänner mit den Brauereipferden jeweils vor Ort ist. Die Hofchilbi werde ich natürlich mit meiner Familie besuchen.

Was wünschen Sie sich für die Schweizer Bierkultur?

Burtscher: Ich wünsche mir, dass das Interesse am Bier weiter hoch und das Wissen rund um die Bierherstellung ein Thema in der Bevölkerung bleibt. Ein ganz persönlicher Wunsch ist, dass in möglichst vielen Absatzstellen ein grosser Teil unserer über 40 Biere angeboten werden können.

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