Schleier und Entschleierung

In der Wiler Stadtbibliothek findet eine Ausstellung zur Kulturgeschichte und zum Verständnis des Schleiers statt. Sie wird am 8. September eröffnet.

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WIL. Im Rahmen der «Interreligiösen Dialog- und Aktionswoche» (IDA) des Kantons St. Gallen gastiert in der Wiler Stadtbibliothek vom 8. bis 26. September die Wanderausstellung Schleier und Entschleierung. Sie erzählt die Geschichte des Schleiers von der Antike bis heute, aber auch die Vielfalt der Gründe, warum Schleier in verschiedenen Religionen und Kulturen getragen werden und wurden. Bis hin zum Phänomen der Entschleierung – der Bikini lässt grüssen. Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Begleitveranstaltungen ist frei.

Nicht nur ein religiöses Symbol

Im Kanton St. Gallen wird seit 2005 jedes zweite Jahr eine «Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche» durchgeführt. Auch im Jubiläumsjahr 2015 setzen zahlreiche Veranstaltungen gemeinsame Zeichen für ein friedliches und tolerantes Miteinander.

Die Ausstellung fördert das Wissen über den Schleier und schlägt eine Brücke, nicht nur zwischen dem Okzident und dem Orient, sondern innerhalb jeder Gesellschaft. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag für das positive und förderliche Zusammenleben der schweizerischen und der nichtschweizerischen Bevölkerung. Der Schleier, als umfassender Begriff auch fürs Kopftuch geltend, ist der westlichen Gesellschaft fremd geworden. In den letzten zehn bis 15 Jahren ist er fast ausschliesslich zu einem religiösen wie auch politischen Symbol des Islams geworden, das auf seine Integration eher eine hemmende Wirkung hat. Aus der langen Geschichte des Schleiers wird jedoch ersichtlich, dass er kein spezifisch islamisches Symbol ist.

Eröffnung am 8. September

Was ich nicht kenne, ruft oft Angst oder Ablehnung hervor. In sieben Kapiteln nimmt die Ausstellung deshalb die Besuchenden auf eine Entdeckungsreise mit und widmet sich dabei den verschiedenen religiösen, aber auch sozialen und kulturellen Aspekten des Schleiers: dieser kann Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer Religion, aber auch der sozialen Unterschiede Schleier tragender Frauen sein. Es kann patriarchalische Mahnung von Männern an Frauen sein, sich zu verschleiern, aber auch die Zugehörigkeit zu einer Lebensgemeinschaft oder weibliche Erotik unterstreichen.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann wird die Ausstellung am Dienstag, 8. September, um 19 Uhr, eröffnen. Irène Häne, Leiterin Stadtbibliothek, und Felix Baumgartner, Leiter Fachstelle Integration, werden in den Rahmen und die Inhalte der Ausstellung einführen. Im Anschluss gibt es einen musikalisch gestalteten Apéro. Alle Interessierten sind eingeladen. (sk)