Schandfleck weicht Wohnbauten

NIEDERHELFENSCHWIL. Mit dem Rückbau der baufälligen landwirtschaftlichen Liegenschaften an der Neudorfstrasse wird Platz für eine Wohnüberbauung geschaffen. Auf dem Grundstück entstehen zwei Mehrfamilienhäuser sowie zwei Einfamilienhäuser.

Ernst Inauen
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Die landwirtschaftlichen Bauten wurden seit Jahren nicht mehr als solche genutzt und entwickelten sich zunehmend zum Schandfleck. (Bild: ei)

Die landwirtschaftlichen Bauten wurden seit Jahren nicht mehr als solche genutzt und entwickelten sich zunehmend zum Schandfleck. (Bild: ei)

Vor über zwei Jahrzehnten wurde der Landwirtschaftsbetrieb Angehrn von der Neudorfstrasse weg an den Dorfrand beim Hegiberg verlegt. Das Grundstück mit den ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäulichkeiten wurde noch teilweise weiter genutzt. Immer mehr nagte jedoch der Zahn der Zeit an den Bauten, und auch die Umgebung des einstigen Landwirtschaftsbetriebs gab in der Bevölkerung Anlass zu Kritik. Oft hörte man die Frage, wann wohl der Schandfleck an der Hauptstrasse endlich verschwinde.

Erstes Projekt nicht ausgeführt

1992 kauften zwei einheimische Investoren die etwa 3000 m² grosse Parzelle. Sie beabsichtigten, zwei Mehrfamilienhäuser mit Alterswohnungen zu realisieren. Das liess die Hoffnung aufkommen, dass in absehbarer Zeit etwas geschehen würde. Bis sich, in den folgenden Jahren, eine gemischte Arbeitsgruppe intensiv mit dem Thema «Wohnen im Alter» befasste. Studien führten 1996 zur Gründung der Wohnbaugenossenschaft «Alterssiedlung Rotachhof». Im August 1999 waren die siebzehn alters- und behindertengerechten Wohnungen bezugsbereit. Das in der Planung bereits fortgeschrittene Projekt «Neudorfstrasse Niederhelfenschwil» von René Felix und Michael Rüttimann wurde deshalb und aus weiteren Gründen nicht ausgeführt.

Mit Förderbeiträgen

Vor einem Jahr erwarb die Stephan Brunner AG, Zuzwil, das Grundstück. Der neuen Bauherrschaft lag der zügige Abbruch der alten Gebäulichkeiten am Herzen. Dazu Stephan und Irene Brunner: «Als neue Besitzer möchten wir, dass der Schandfleck möglichst bald eliminiert wird.» Brunner verhehlt nicht, dass auch die in Aussicht gestellte Abbruchprämie das speditive Vorgehen beeinflusst habe. Diese unkonventionelle Wohnbauförderung wurde noch vom ehemaligen Gemeindepräsidenten Lucas Keel angeregt und vom Gemeinderat beschlossen. Die hälftige Übernahme der Abbruchkosten (maximal 20 000 Franken) sei zwar bei den Gesamtkosten der Überbauung ein kleiner, aber durchaus willkommener Beitrag, meint Stephan Brunner.

Mitte August 2013 nahm das Bauunternehmen Gebrüder Klaus den Abbruch der Stallung und der Nebengebäude in Angriff. Binnen weniger Tage war die Parzelle geräumt. Das Abbruchmaterial wurde den entsprechenden Deponien zugeführt. Spezielle Vorsicht war bei der Entfernung der Eternitwände nötig, da sie noch Asbestanteile enthielten.

Zwölf Wohneinheiten

Für das weitere Vorgehen zog Brunner den Architekten Thomas Ledergerber zu. In mehreren Studien entwickelten Planer und Bauherrschaft ein Konzept für einen Gesamtüberbauungsplan. Erste Gespräche mit den zuständigen Behörden und dem Ortsplaner hinsichtlich der Einleitung der Bewilligung haben bereits stattgefunden. Vorgesehen ist der Bau zweier Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen. Geplant sind je zwei 31/2- und 41/2-Zimmer-Wohnungen sowie eine Dachwohnung. Ausserdem ermöglichen zwei Einfamilienhäuser am Rande der Landwirtschaftszone eine optimale Ausnutzung des Grundstücks.