Schalk und Lebensfreude des Trios Fontane

FISCHINGEN. Das Konzert in der Klosterbibliothek Fischingen brachte wiederentdeckte Trouvaillen dreier Schweizer Komponisten zu Gehör. Die in Wilen aufgewachsene Pianistin Andrea Wiesli, Noëlle Gruber und Jonas Kreienbühl begeisterten das Publikum und zogen es mit ihren Interpretationen klassischer Werke in ihren Bann.

Caro Nadler
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Noëlle Gruber (Violine), Andrea Wiesli und Jonas Kreienbühl. (Bild: Caro Nadler)

Noëlle Gruber (Violine), Andrea Wiesli und Jonas Kreienbühl. (Bild: Caro Nadler)

Selten sieht man ein Kammermusikensemble mit solch einer Freude musizieren. Wo meist Konzentration die Mimik erstarren lässt, strahlte auf den drei Gesichtern des Trio Fontane offenes Lächeln und Begeisterung. Musik wurde so zu einer beispiellosen Lebendigkeit erweckt, die sich im aufmerksamen Lauschen des Publikums spiegelte – und im begeisterten Applaus. Den Namen Jelmoli verbindet man mit dem Zürcher Warenhaus. Weniger bekannt ist, dass ein Spross dieser Familie, Hans Jelmoli, von Engelbert Humperdinck ausgebildet wurde, als Dirigent am Mainzer Stadttheater gastierte und später für die Zürcher Post als Musikkritiker tätig war.

Musik aus der Sklavenzeit

Als sich die in Wilen aufgewachsene Musikwissenschafterin und Trio-Fontane-Pianistin Andrea Wiesli auf der Suche nach verschollenen Noten von Othmar Schoeck begab, stiess sie in der Zentralbibliothek Zürich auf einen «Cakewalk» von Hans Jelmoli. Ein Tanz, der in der Sklavenzeit der amerikanischen Südstaaten wurzelt und dem «Ragtime» ähnlich ist. In einer Epoche, als Komponisten wie Claude Debussy Jazz-Elemente in ihre Werke integrierten, schuf Hans Jelmoli ein Kleinod voller prickelndem Esprit.

Klanggemälde

Von Othmar Schoeck stand «Sommer» auf dem Programm, das von Andrea Wiesli am Klavier, Noëlle Grüebler, Violine und Jonas Kreienbühl am Cello mit einem feinen Gespür für das dichte Klanggemälde interpretiert wurde. Umrahmt wurden diese Schweizer Werke von Mozarts «Trio in B-Dur» und einer Bearbeitung von Bedrich Smetanas «Die Moldau». Boris Mersson hatte in seiner Bearbeitung mit feinem Gespür die tonmalerischen Elemente dieses Werkes umgesetzt, das durch die Interpretation des Trios nur noch mehr gewann. Es sei knifflig, eine Notenhandschrift zu entziffern, so Andrea Wiesli, und in der Tat sahen die Noten aus wie Ameisenspuren. «Aber die Musik macht Sinn, sie ist gehörfällig.»