«Schäden könnten geringer sein»

Das Hochwasser vom 16. Juni hat Rossrüti besonders stark getroffen. Mehrere Keller und Strassen wurden überflutet. Der Ur-Rossrütener Otto Hug glaubt, dass man mit einer simplen Massnahme diverse Schäden hätte verhindern können.

Simon Dudle
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Der überwachsene Krebsbach in Rossrüti: Otto Hug ist überzeugt, dass das Hochwasser bei vorteilhafterer Wartung besser abgeflossen wäre. (Bild: Simon Dudle)

Der überwachsene Krebsbach in Rossrüti: Otto Hug ist überzeugt, dass das Hochwasser bei vorteilhafterer Wartung besser abgeflossen wäre. (Bild: Simon Dudle)

ROSSRÜTI. Seit seiner Geburt 1937 wohnt Otto Hug in Rossrüti und hat vieles erlebt. Auch mehrere Hochwasser. So schlimm wie am 16. Juni dieses Jahres sei es aber noch nie gewesen. Auf dem ganzen Stadtgebiet entstanden an den Häusern Schäden von über fünf Millionen Franken.

Hauptproblem war der Krebsbach, der quer durch Rossrüti fliesst und zum Teil eingedolt ist. Er vermochte die Wassermassen nicht zu schlucken. Also flossen sie zuerst über die Wiese und im unteren Teil des Dorfes über die Strassen. Mehrere Keller wurden überflutet. «Die Töbelistrasse war 80 Zentimeter tief ausgespült», sagt Hug.

Vom Unkraut befreien

Der Regen war an jenem Sonntagabend so intensiv, dass das Hochwasser nicht zu verhindern war. Hug ist aber der Überzeugung, dass die Situation mit einer simplen Massnahme hätte entschärft werden können. «Wenn man den Bach besser herausgeputzt hätte, könnten die Schäden geringer sein», sagt Hug. Mit Putzen ist das Instandhalten des Bachlaufs gemeint. Dafür sind die privaten Landbesitzer verantwortlich. Es geht zum Beispiel darum, das Unkraut zu entfernen. Bei einem Augenschein wird ersichtlich, dass die verschiedenen Personen unterschiedlich gut zum dort noch kleinen Krebsbach schauen. An gewissen Stellen, wo er offengelegt ist, hat sich die Natur so weit verselbständigt, dass das Bachbett komplett überwachsen ist und man es nicht mehr sieht.

Bach wird offengelegt

Nicht nur das war aus der Sicht von Hug das Problem. Auch die Grösse der Rohre zur Eindolung müssten angepasst werden. Diese haben im unteren Teil des Dorfes einen Durchmesser von 80 Zentimetern, weiter oben von 60. «Wären die Rohre etwa einen Meter breit, wäre der Schaden kleiner gewesen», sagt Hug. Seine Hoffnung, das sich daran schon bald etwas ändert, ist nicht gross. Im mittelfristiger Zukunft könnte aber der Krebsbach in Rossrüti bauliche Anpassungen erfahren. Dies wäre der Fall, wenn direkt daneben die geplante Überbauung «Oberdorf/Hugentobel» realisiert wird. Aus einem Studienauftrag sind dafür schon konkrete Pläne entstanden. Dazu gehört die teilweise Öffnung des Krebsbaches.