Schadstoff-Herkunft unklar: Die Nachforschungen zum belasteten Spielplatz in Uzwil waren ohne Ergebnis

Der Boden unter dem Spielplatz an der Birkenstrasse ist mit Schwermetallen versetzt. Über die Herkunft bestehen nur Vermutungen.

Tobias Söldi
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Der belastete Spielplatz ist abgezäunt.

Der belastete Spielplatz ist abgezäunt.

Bild: Andrea Häusler

Es war eine unschöne Überraschung, die Uzwil vergangenen Dezember ereilte: Der Boden unter dem Spielplatz an der Birkenstrasse war – und ist es immer noch – mit Schadstoffen verseucht: mit Schwermetallen sowie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Das ergab eine standardmässige Untersuchung des Bodens im Zusammenhang mit der Erneuerung des Spielplatzes. Das Areal ist seither abgesperrt.

Jetzt sind die historischen Untersuchungen über die Herkunft der Schadstoffe abgeschlossen. Das ernüchternde Resultat: Woher die Belastungen stammen, gehe aus den Archiven rechtlich nicht hieb- und stichfest hervor, schreibt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt.

«Entsprechend können die Kosten auch niemandem abgewälzt werden.»

Vermutungen über die Herkunft

Die Spurensuche in den Archiven hat aber ergeben, dass in den Jahren 1933 und 1934 der Weiher, der sich damals auf dem Areal des heutigen Spielplatzes befand, zugeschüttet wurde. Dafür wurden vor allem die Dämme des Schiffliweihers abgetragen. 200 Kubikmeter Material hätten allerdings gefehlt – und woher dieses stammte, geht aus den Archiven nicht hervor. Das Fazit der Gemeinde lautet entsprechend: 

«Stand heute wird vermutet, dass so die problematischen Belastungen in den Untergrund des Areals gelangten.»
Der Schiffliweiher vor über hundert Jahren.

Der Schiffliweiher vor über hundert Jahren.

Bild: PD

In den Jahren danach wurde das Areal anderweitig genutzt: Während der Kriegszeiten entstanden Pflanzgärten für den Gemüseanbau. Bald zeigte sich aber, dass der Boden in Teilen des Areals dazu schlecht geeignet war. Und Teile des Areals waren bei Regenwetter schnell sumpfig.

Internierte hoben darauf den Boden dort aus und bauten in neu auf. 1949 wichen die Pflanzgärten wieder einer Spielwiese. Um das Gelände neu zu gestalten, wurde Material zugeführt und eingearbeitet. All diese Eingriffe durchmischten den Boden im Areal und verteilten so auch die Schadstoffe, führt die Mitteilung aus.

2022 soll die neue Fläche freigegeben werden

Die Arbeiten an Projekt und Kostenvoranschlag dauern noch bis im Frühsommer, schreibt die Gemeinde. Vorgesehen ist, dass der Bürgerversammlung im November der Baukredit unterbreitet wird. Anschliessend steht die Ausführungsplanung an und das Einholen der Baubewilligungsverfahren.

Läuft alles nach Plan, kann im September 2021 mit den Arbeiten begonnen werden. Sie dauern dann bis Juni. Anschliessend muss die Natur arbeiten, sodass die neu geschaffenen Flächen im September 2022 freigegeben werden können. 

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