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Schadenanalyse im Halbstundentakt

Hunderte Autobesitzer klagen nach dem Unwetter vom 1. Juli über teils massive Hagelschäden. Wegen der grossen Anzahl hat ein Versicherer kurzerhand einen Drive-In in Balterswil aufgebaut.
Mario Testa

BALTERSWIL. Das Unwetter am 1. Juli war kurz und lokal begrenzt, aber sehr heftig. «Ich war nach der Jodlermesse in Weinfelden auf dem Heimweg nach Wuppenau. Da wurde der Himmel plötzlich schwarz und ich konnte grade noch an einem Waldrand anhalten», schildert Rudolf Kärcher, was er am Sonntag vor drei Wochen erlebt hat. «Trotzdem hat der Hagel seine Spuren am Dach und auf der Motorhaube meines Autos hinterlassen. Weil der Wagen noch ganz neu ist, habe ich mich bei der Versicherung gemeldet.» Ähnlich wie Kärcher ging es an jenem Sonntag noch vielen Hundert weiteren Autobesitzern aus der Region Bichelsee, Wängi, Braunau.

Auszahlung oder Reparatur

«Wir haben innert kürzester Zeit Hunderte Schadensmeldungen erhalten», sagt Martin Aeschbacher von den Vaudoise-Versicherungen. «Deshalb haben wir uns entschieden, nicht jeden Schadensfall einzeln an Ort zu sichten, sondern einen zentralen Hagel-Drive-In zu organisieren.» Bei der Garage Mayer in Balterswil fanden die Versicherer eine geeignete Halle für den Hagel-Drive-In. Mehrere Tische mit Computern und Druckern haben die Mitarbeitenden aufgestellt und fertigen dort seit Montag im Halbstundentakt die Autos mit Hagelschäden ab. «Es sind zwei Experten an Ort, die die Schäden an den Autos aufnehmen. Dann kommen die Kunden mit den Unterlagen zu mir und meiner Kollegin und können dann wählen, ob sie eine Auszahlung der Schadensumme oder eine Reparatur wünschen», sagt Aeschbacher. «In der Regel wählen die Kunden bei älteren Autos die Auszahlung, Neuere lassen sie meist reparieren. Im Durchschnitt liegt die Schadensumme bei rund 3000 Franken.»

Ausbezahlen liess sich auch Pascal Schneider die Hagelschäden an seinem silbergrauen Ford. «Ich war im Hallenbad, als es so gehagelt hat. Als ich wieder rauskam, hatte das Auto überall kleine Dellen», sagt der Eschliker. «Bei meinem alten Auto lohnt sich die Reparatur nicht mehr und man sieht die Einschläge auch nicht so gut. Viel gröber hat es das Auto meiner Schwester erwischt, wie sie gleich sehen werden.»

Eine Familie – drei Schadenfälle

Eine halbe Stunde später fährt er mit dem Auto seiner Schwester in die Halle und nach ihm folgen auch noch seine Eltern mit ihrem Wagen. «Die hier hat es gröber erwischt», sagt Pascal Schneider. «Auf dem schwarzen Lack sieht man die Dellen gut, und die sind teilweise richtig tief.» Das kann auch der Experte nur bestätigen, der sich das Auto anschaut (siehe Bild). «Das müssen sehr grosse Hagelkörner gewesen sein», sagt Herbert Müller. «Es kommt übrigens nur sehr selten vor, dass uns Leute andere Schäden als Hagelschaden verkaufen wollen. Bis jetzt habe ich solche Schwindel immer entlarvt. Es gibt feine Unterschiede, die man mit geschultem Auge erkennen kann.» Noch bis morgen abend ist das vierköpfige Team der Vaudoise in Balterswil im Einsatz. Bis dann werden sie weit über hundert Autos auf Hagelschäden beurteilt und ihre Kunden betreut haben.

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