Schachclub Flawil unterliegt Wil im Aufstiegsspiel

FLAWIL/WIL. Die Begegnung gestaltete sich weniger spannend als erwartet. Relativ schnell zeigte sich, dass Raymond Peter seinem Wiler Gegner nicht gewachsen war. Schnell war der Wurm drin und das 0:1 Tatsache. Albin Dönni raufte sich nach wenigen Zügen seine Haare.

Drucken
Teilen

FLAWIL/WIL. Die Begegnung gestaltete sich weniger spannend als erwartet. Relativ schnell zeigte sich, dass Raymond Peter seinem Wiler Gegner nicht gewachsen war. Schnell war der Wurm drin und das 0:1 Tatsache. Albin Dönni raufte sich nach wenigen Zügen seine Haare. In Gedanken war er schon einen Zug weiter und spielte fatalerweise prompt den zweiten Zug, ohne den ersten ausgeführt zu haben. Der gegnerische Springer setzte sofort zum Tanz an und konnte nur durch ein Materialopfer daran gehindert werden, Übelstes anzurichten. Den materiellen Nachteil konnte Albin durch eine gute Position etwas ausgleichen. Weil sein Gegner letztlich nicht auf einen Sieg drängte, konnte er ein Unentschieden retten.

Sind Opferdrohungen korrekt?

Grosses nahmen sich die an Brett 1 und 2 spielenden Flawiler Thomas Näf und Stefan Kurz vor. Zwei volle Punkte sollten Grundlage für einen Flawiler Sieg bilden. Mit neuen Eröffnungsideen kann man manchmal den Gegner überraschen, gerade wenn man sich gut kennt. In strategisch anspruchsvoller Stellung zeigte Näf seine Fähigkeiten und erreichte eine sehr vorteilhafte Position. Das realisierte allerdings auch sein Gegner. Mit mehreren Opferdrohungen zwang er Näf zurück in die Defensive. Ob diese letztlich auch korrekt gewesen wären, blieb offen. Die Drohung ist oftmals stärker als deren Ausführung, heisst es auch im Schach.

Die Drohungen genügten jedenfalls, dass Näf seinen Vorteil verspielte und sich nach Damentausch in einer verlorenen Stellung wiederfand. Der nebenan spielende ETH-Student Stefan Kurz kämpfte nur mit einem Teil seiner Armee. Der stärkste Wiler Manuel Sprenger verstand es nämlich, dessen König in der Mitte zu halten und die Rochade zu verhindern. Ein Läufer und ein Turm blieben damit allzu lange in der Kaserne eingesperrt. Ein neues Morgarten gab es nicht, Stefan musste die Segel streichen, womit die Begegnung entschieden war.

Österreicher Routine

Dem Mannschaftscaptain Fredi Dönni ging es ebenfalls nicht besser. Seine mit 61 Jahren in Österreich schon im Rentenalter stehende Schachlehrerin aus Bregenz bewies grosse Routine. Ohne je in Gefahr zu geraten, realisierte auch sie einen vollen Punkt. Fredis Spiel wirkte zu harmlos. Blosse Resultatkosmetik war da noch das Unentschieden von Thomas Würth. Als Veterinärarzt führt er auch im Schach stets eine feine Klinge mit viel Präzision. Allerdings muss man im Schach meist einmal ein Risiko eingehen, wenn man seinen Gegner schlagen will. Darauf liess er sich nicht ein und war letztlich enttäuscht.

Die Flawiler mussten sich schliesslich mit 1:5 klar geschlagen geben, hatten aber den Gruppensieg in der 2. Liga erreicht – die Wiler dafür den Aufstieg geschafft. (pd)