Sauber und vandalensicher zugleich

Nicht nur der Bushof beim Uzwiler Bahnhof wird neu. Auch die öffentlichen Toiletten in der Unterführung sind vandalensicher umgebaut worden und gestern eröffnet worden. Das hat Investitionen von 230 000 Franken zur Folge.

Philipp Stutz
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Roman Staub von der Firma Fierz erklärt dem Uzwiler Bauverwalter Markus Schwizer und Gemeindepräsident Lucas Keel die Funktionsweise der neuen WC-Anlage (von rechts). (Bild: stu.)

Roman Staub von der Firma Fierz erklärt dem Uzwiler Bauverwalter Markus Schwizer und Gemeindepräsident Lucas Keel die Funktionsweise der neuen WC-Anlage (von rechts). (Bild: stu.)

UZWIL. In Bahnhoftoiletten werden nicht nur menschliche Bedürfnisse verrichtet. Nicht selten sind sie auch Treffpunkte. Unter anderem von Vandalen, die das Mobiliar kurz und klein schlagen. «Zudem hat's in der Vergangenheit auch Reklamationen gegeben, weil die Uzwiler WC-Anlage nicht behindertengerecht ist», sagte Markus Rast von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gestern bei der Eröffnung der Anlage. Ausserdem haben die Toiletten bisher nur über beschränkte Öffnungszeiten verfügt – eine Reaktion auf Beschädigungen und Vandalismus. Die SBB und der Uzwiler Gemeinderat aber waren sich einig: Zum Bahnhof gehört ein jederzeit benutzbares öffentliches WC. Aus diesem Grund wurde die Toilettenanlage in der Bahnhofunterführung rundum erneuert.

Stabil und behindertengerecht

Der Standort bleibt derselbe. Doch sind die Anlagen nun rund um die Uhr zugänglich und mit Chromstahl vandalensicher gestaltet. Es bleibt bei zwei Toiletten. Eine davon – ein sogenanntes Behinderten- und Familientoiletten-Modul – ist grösser als die Einzelkabine nebenan und rollstuhlgerecht gestaltet. Im Raum finden sich neben einer Einzelschüssel ein Pissoir, Spiegel und Lavabo, eine Heizung, Lüftung sowie ein Handtrockner. Über weitere Details, die an der Eröffnung ausgebreitet wurden, hüllen wir für einmal den Mantel des Schweigens.

Gebührenpflichtig

Die Anlage ist neu gebührenpflichtig – die Benützung kostet einen Franken. «Weniger Randgruppen und mehr Sauberkeit in den Toiletten lautet die Devise der SBB», sagte Markus Rast und fügte hinzu: «Wir haben gute Erfahrungen gemacht, und die Anlagen haben sich bereits andernorts bewährt.» Grosse Beachtung wird der Sauberkeit zugemessen. Werden die Toiletten doch zweimal täglich gereinigt. Der Vertreter der Bauherrschaft wies darauf hin, dass die neue Anlage nicht nur Bahnkunden, sondern der ganzen Bevölkerung dienen soll.

Kostspielige Anlage

Die Investition war überfällig, verfügt doch die Gemeinde Uzwil laut deren Präsident Lucas Keel nur über wenig öffentliche WCs. Auch den Standort in der Bahnhofunterführung erachtete er als richtig.

Die Kosten sind hingegen beträchtlich. Sie belaufen sich auf 230 000 Franken, wobei Uzwil 90 0000 Franken beizutragen hat. Günstiger seien öffentlich zugängliche Toiletten in der heutigen Zeit nicht zu haben. Der Uzwiler Gemeinderat hat deshalb das entsprechende Geld freigegeben. Geld, welches im wahrsten Sinne des Wortes bedürfnisgerecht eingesetzt wird.

Funktionsfähig und durchdacht

«Der Gemeinderat hat sich anfangs überlegt, ob er die Anlage alle drei Jahre abbrechen und wieder neu bauen soll», sagte Lucas Keel ohne Ironie. Doch habe die Offerte der Firma Fierz einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

«Die WC-Anlage ist funktionsfähig und durchdacht», betonte das Gemeindeoberhaupt. Ausserdem habe auch für die Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs – zum Beispiel Busfahrer – eine Lösung gefunden werden müssen.

«Für einen durchschnittlich empfindsamen Benutzer ist die Nutzung dieser Anlage durchaus zumutbar», resümierte Keel. Und vergass nicht zu erwähnen, dass die SBB für den Unterhalt der WCs verantwortlich seien.