Sanitäter lernen und üben für Ernstfälle

Um die 100 Freiwillige nahmen am Samstag am kantonalen Ausbildungstag der Sanitäter der zehn Thurgauer Stützpunktfeuerwehren teil. Die Sanitäter absolvierten ein anspruchsvolles und praxisbezogenes Kursprogramm.

Maya Heizmann
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Kaltes Wasser: Ein mit Chemie verseuchter Patient wird dekontaminiert.

Kaltes Wasser: Ein mit Chemie verseuchter Patient wird dekontaminiert.

MÜNCHWILEN. Unfall, das Auto ist defekt und läuft nicht mehr. Der Fahrer muss aus dem Autowrack gerettet werden. «Fahrzeugbergung mit dem Spineboard», einem speziellen Rettungsbrett, heisst es beim Posten vier.

Bergung üben

Der 21jährige Manuel Millhäusler aus Steckborn hat sich als Jüngster seiner Gruppe als Freiwilliger gemeldet, er spielt den Fahrer. Zuerst wird der Kopf des Verunglückten mit einem stabilen Halskragen fixiert. «Die Beine des Verletzten müssen befreit werden. Danach kann der Körper für das Rettungsbrett leicht gedreht werden», sagt Postenleiter Daniel Mahler, der den Sanitätsgruppen wertvolle Anweisungen zur Bergung gibt.

Manuel Millhäusler wird subtil auf das Spineboard gehievt, Kopf und Körper werden mit der «Spinne» fixiert. Nun haben alle Teilnehmer die Gelegenheit, diese Bergung zu üben. Dazu stehen zwei Autos zur Verfügung.

Umgang mit Kleinlöschgeräten

Auf den Arealen der Stützpunktfeuerwehr Münchwilen und der Schulanlage Waldegg mussten die in sechs Gruppen eingeteilten Sanitäter an sechs Posten diverse Aufgaben üben. Wie beim Posten eins, wo mit Chemie verseuchte Personen dekontaminiert werden mussten. Der zwölfjährige Philipp Peter aus Münchwilen hat sich freiwillig als Patient zu Verfügung gestellt. Zuerst werden die verseuchten Kleider entfernt und verpackt. Der Figurant wird sodann mit Wasser abgespritzt und so entgiftet.

Auch der Umgang mit Kleinlöschgeräten wurde geübt. Die Brände werden mit Hilfe von Schaum, Pulver oder einer Löschdecke gelöscht. Weiter standen Verbrennungen und Patientenbeurteilung auf dem Kursprogramm.

Auf dem neuesten Stand

Ein Sanitätszug umfasst jeweils um die zehn Personen, die sich aus den Samaritervereinen und den Feuerwehren zusammensetzen. «Es ist gut, dass es an den Übungen verschiedene Schwerpunkte gibt», sagt Sanitäterin Ruth Grütter aus Münchwilen. So könne man sich in die gestellten Aufgaben vertiefen. Regula Lemmenmeier ist bereits seit acht Jahren im Sanitätszug der Feuerwehr Münchwilen. «Am Übungstag wird man auf den neuesten Stand der Rettungsmöglichkeiten gebracht», erklärt sie. Auch der Austausch untereinander sei wichtig.

«Helfen tut gut»

Die Sanitäter aus den zehn Stützpunktfeuerwehren des Kantons Thurgau haben an diesem Ausbildungstag wertvolle Informationen für eine bestmögliche professionelle Rettung erhalten. «Helfen tut gut», sagt Manuel Millhäusler, und seine Kameraden stimmen ihm zu.

Rettung eines verletzten Fahrers mit dem Spineboard. (Bilder: Maya Heizmann)

Rettung eines verletzten Fahrers mit dem Spineboard. (Bilder: Maya Heizmann)

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