Sanierung vor dem Abschluss

HENAU. Seit Februar läuft die Instandsetzung der Maillart-Brücke. Kleinere, nicht erwartete Mehrarbeiten haben zu einer leichten Verzögerung geführt. Bis Weihnachten ist die Brücke wieder für den motorisierten Verkehr geöffnet.

Urs Bänziger
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Bauarbeiter setzen die 30 Zentimeter hohen Randsteine, welche die beiden Geh- und Radwege von der Fahrbahn trennen.

Bauarbeiter setzen die 30 Zentimeter hohen Randsteine, welche die beiden Geh- und Radwege von der Fahrbahn trennen.

Wenn das Wetter weiter so mitspielt wie in den vergangenen Tagen und Wochen, dann wird die Thurbrücke bis Weihnachten wieder befahrbar und die Strasse von Uzwil nach Zuzwil für den motorisierten Verkehr wieder geöffnet sein. Dass die Bauarbeiten leicht in Verzug sind, hänge damit zusammen, dass die Instandsetzung mehr Zeit in Anspruch genommen habe als erwartet, erklärt Projektleiter Jean Luis Nardone. Bei einer Brückensanierung in diesem Umfang müsse man immer mit kleineren Überraschungen rechnen. Es sei die Summe von verschiedenen Mehrarbeiten, die zu einer Verzögerung von rund drei Wochen geführt habe.

Erhalten und erneuern

Seit Mitte Februar laufen die Hauptarbeiten für die Sanierung der vom bekannten Schweizer Ingenieur Robert Maillart erbauten Brücke. Bei der Instandsetzung standen die Projektverantwortlichen vor der Herausforderung, so viel des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks aus dem Jahr 1933 zu erhalten und so viel zu erneuern, dass die Brücke der Last des Verkehrs und den Witterungseinflüssen zumindest für die nächsten 50 Jahre standhalten wird. In Zukunft auch den 40-Tonnen-Lastwagen, die nach der Sanierung die Brücke befahren dürfen.

Wegen der heutigen Verkehrslasten wurde die Fahrbahn der Brücke vor mehr als zehn Jahren verengt. Im Zuge der Instandsetzung ist die Fahrbahn wieder auf die ursprüngliche Breite von 6,5 Metern erweitert worden. Was bedeutet, dass nun auch Lastwagen auf der Brücke kreuzen können. Für den Langsamverkehr stehen auf beiden Seiten je ein Gehweg mit einer Breite von 1,5 Metern zur Verfügung. Zurzeit sind die Bauarbeiter daran, die Randsteine zu setzen, welche Fahrbahn und Gehweg voneinander trennen.

Was danach noch ansteht, sind die Belagsarbeiten. Über die neue Fahrbahnplatte wurde eine Abdichtungsschicht aufgetragen, damit kein Wasser in den Brückenbogen dringen kann. Für den Belag wird Gussasphalt verwendet.

Letzter Schliff im Frühling

Mit den Hauptarbeiten wurde vor allem die Betonkonstruktion der beiden markanten Bogen instand gesetzt. Die Fahrbahnplatte wurde komplett ersetzt und 1:1 nachgebildet. Jean Luis Nardone ist mit dem Ergebnis zufrieden. «Für die Beteiligten war die Sanierung anspruchsvoll, aber auch ein Leckerbissen, ein solch bedeutendes Bauwerk erhalten zu können.» Den letzten Schliff erhält die Maillart-Brücke im Frühling. Auch dann muss zeitweise mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.