Sanierung oder Schliessung

OBERUZWIL. Bausubstanz, Gebäudetechnik und Wasseraufbereitungsanlage im Hallenbad Oberuzwil sind in die Jahre gekommen. Um den Betrieb weiterführen zu können, muss die Anlage saniert werden. Der Entscheid liegt bei den Bürgern.

Urs Bänziger
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Auf den ersten Blick präsentiert sich das Hallenbad beim Oberstufenzentrum Schützengarten in einem einwandfreien Zustand. (Bilder: pd)

Auf den ersten Blick präsentiert sich das Hallenbad beim Oberstufenzentrum Schützengarten in einem einwandfreien Zustand. (Bilder: pd)

Droht dem Hallenbad in Oberuzwil das gleiche Schicksal wie demjenigen in Degersheim? Dort wurde das Hallenbad geschlossen, weil der Gemeinde die für den Weiterbetrieb erforderliche Sanierung zu aufwendig war. Auch das Oberuzwiler Hallenbad muss saniert werden, um es weiterbetreiben zu können. Der Gemeinderat hat zwei Spezialisten den Auftrag erteilt, eine Zustandsanalyse zu erstellen. Diese fiel ernüchternd aus: Das Schwimmbecken ist undicht, was zu Korrosionsschäden an der Badewasseraufbereitungsanlage und an den haustechnischen Leitungen geführt hat. Die Lüftungsanlage ist am Ende ihrer Lebensdauer und muss komplett ersetzt werden.

Erster Blick täuscht

Auf den ersten Blick präsentiere sich das Hallenbad zwar in einem einwandfreien Zustand, sagt Gemeindepräsident Cornel Egger. «Aber in den technischen Räumen ist deutlich sichtbar, dass die Anlage in die Jahre gekommen ist.» Erbaut wurde das Hallenbad beim Oberstufenzentrum Schützengarten 1973. Letztmals saniert wurde die Anlage 1995. «Der Unterhalt wird laufend gemacht und dank des Engagements unseres Badmeisters Walter Bruggmann, der das Hallenbad mit Leib und Seele betreut, ist die Wasserqualität kein Problem, aber mittel- bis langfristig muss das Hallenbad entweder umfassend saniert oder dann geschlossen werden», betont Egger.

Abstimmung an der Urne

Ob das Hallenbad weiterbetrieben wird oder nicht, darüber werden die Oberuzwiler Stimmberechtigten entscheiden. Aller Voraussicht nach im nächsten Jahr an der Urne. Denn die zu erwartenden Kosten für die Sanierung werden sowohl die Kreditkompetenz des Gemeinderates als auch jene der Bürgerversammlung überschreiten.

Nach grober Schätzung müsse mit Kosten von plus/minus fünf Millionen Franken gerechnet werden, sagt der Gemeindepräsident. Bevor den Stimmberechtigten ein Kreditantrag gestellt wird, will der Gemeinderat weitere Abklärungen vornehmen und danach eine Vorlage ausarbeiten, welche Vor- und Nachteile einer Sanierung aufzeigt. Mitberücksichtigt werden in der Vorlage müsse auch ein allfälliges Nein der Bürgerinnen und Bürger zum Kredit, ergänzt Egger. «Wir haben deshalb die Leitung der Volksschule beauftragt, Kompensationsmöglichkeiten für die ausfallenden Schwimmlektionen aufzuzeigen und zu klären, ob diese Lektionen in den bestehenden Turnhallen stattfinden könnten.» Wenn dies nicht möglich sei, müssten auch die ungefähren Kosten für einen Turnhallenneubau sowie für den Rückbau des Hallenbads beziffert werden.

Betrieb läuft weiter

Solange nichts entschieden ist, wird der Betrieb im Hallenbad normal weitergeführt. Die Technik sei zwar veraltet, aber dank des Badmeisters immer noch so gut im Schuss, dass sie genutzt werden könne. Einzig die Lüftungsanlage sei in einem Zustand, dass sie jederzeit ausfallen könne, sagt Egger.

Die Schüler absolvieren tagsüber den Schwimmunterricht und an den Abenden und Wochenenden steht das Hallenbad der Bevölkerung zur Verfügung. Neben der Schuljugend von Oberuzwil sind es Schüler aus den Gemeinden Uzwil und Jonschwil, die das Hallenbad regelmässig für den Schwimmunterricht besuchen.

Der Gemeindepräsident möchte dem Entscheid der Bürgerinnen und Bürger nicht vorgreifen. Er lässt aber durchblicken, dass er es schade fände, wenn das Hallenbad geschlossen würde. «Für unsere Schulkinder ist der Schwimmunterricht übers ganze Jahr ein Privileg und für die Gemeinde ist das Hallenbad ein Standortfaktor. Die Sanierung ist zwar aufwendig, aber die Finanzierung wäre möglich.» Die Finanzhaushalt in Oberuzwil sei im Lot. «Weil die Gemeinde ihre letzten Investitionen durch Vorfinanzierungen gedeckt hat, fallen zurzeit keine Abschreibungen an», erklärt Egger. Das Betriebsdefizit für das Hallenbad beläuft sich aktuell auf rund 200 000 Franken.

Hinter den Kulissen ein anderes Bild: Das undichte Schwimmbecken hat zu Korrosionsschäden an Leitungen und Technik geführt.

Hinter den Kulissen ein anderes Bild: Das undichte Schwimmbecken hat zu Korrosionsschäden an Leitungen und Technik geführt.