SANIERUNG: Neue Ziegel für altes Dach

Das Dach des Klosters Magdenau ist undicht. Wasser dringt in den weitläufigen, leergeräumten Estrich, der den Zisterzienserinnen einst als Getreidelager diente. Nun wird gebaut: Das Dach wird neu eingedeckt, die Fassade gestrichen.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Um ein nochmaliges Eingerüsten in absehbarer Zeit zu vermeiden, wird mit dem Dach auch die Fassade saniert. (Bilder: Andrea Häusler)

Um ein nochmaliges Eingerüsten in absehbarer Zeit zu vermeiden, wird mit dem Dach auch die Fassade saniert. (Bilder: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Das Dach leckt bereits seit geraumer Zeit. Notdürftig sind Blachen ausgelegt, Kunststoffwannen und Kübel aufgestellt worden, um den hölzernen Estrichboden vor eindringendem Regenwasser zu schützen. «Die Sache hat sich hingezogen. Um fast ein Jahr verzögerte sich der Baubeginn letztlich», sagt Schwester Raphaela, Äbtissin des Klosters Magdenau. Dann jedoch sei alles schnell gegangen: «Am vergangenen Freitag lag die Baubewilligung vor und noch am selben Tag wurden der Kran und das Baugerüst gestellt.»

Grund für die Verzögerung waren in erster Linie unterschiedliche Auffassungen über die Beschaffenheit der zu verwendenden Dachziegel. «Unser Anliegen war eine dauerhafte, unterhaltsarme Lösung mit neuen Ziegeln», sagt Schwester Raphaela. Die Kantonale Denkmalpflege hingegen habe speziellen, auf das Objekt abgestimmten alten Ziegeln den Vorzug gegeben. Der Wunsch der Zisterzienserinnen-Gemeinschaft hat sich schliesslich durchgesetzt. Der Klosterflügel erhält nun ein komplett neues Ziegeldach. Mit der Konsequenz, dass die Beiträge der Denkmalpflege geringer ausfallen.

Schokoladeverkauf für neue Dachziegel

Für die Erneuerung der Dacheindeckung und die gleichzeitige Instandstellung der östlichen Gebäudefassade muss die Klostergemeinschaft trotz finanzieller Beiträge Dritter tief in die Tasche greifen. 280000 Franken kostet die Umsetzung Sanierungsprojekts. «Den grösste Anteil hat das Kloster zu stemmen», sagt Schwester Raphaela. Zu einem Drittel beteilige sich die öffentliche Hand, beziehungsweise die Denkmalpflege, die Katholische Administration und der Kanton St. Gallen an den Baukosten. Im Weiteren kann die Gemeinschaft auf die Unterstützung des «Freundeskreises des Klosters Magdenau» zählen. Darüber hinaus wurde eine Schoggi-Verkaufsaktion zu Gunsten der Dachsanierung lanciert und, wie bei anderen Projekten, sollen auch hier Eigenleistungen erbracht werden. Nichtsdestotrotz bleibt die Äbtissin gefordert: «Ich bin nach wie vor auf der Suche nach Spenden.»

Vorläufig kein Nutzungskonzept

Der Dachboden über dem nord-südlich ausgerichteten Klosterflügel ist gross und birgt grundsätzlich ein grosses und vielfältiges Nutzungspotenzial. Ob dieses nach Abschluss der Sanierung ausgeschöpft wird, ist allerdings ungewiss. «Bereits vor rund 20 Jahren wurden Nutzungsvarianten diskutiert», erinnert sich Schwester Raphaela. Ein Ausbau und eine anschliessende Vermietung der Räume seien damals angedacht gewesen. Derlei ambitiöse Ideen sind heute kein Thema mehr. Dennoch will sich die Abtei Magdenau alternativen Nutzungsformen nicht explizit verschliessen: «Möglicherweise ergibt sich nach dem Ende der laufenden Ausstellung ‹Des einen Glanz, des andern Glut – Kunst im Kloster Magdenau›, die noch bis zum 9. Juli besichtigt werden kann, eine ernsthaft zu prüfende Idee.»

Die Bauarbeiten am Dach und der östlichen Fachwerkfassade dauern voraussichtlich dreieinhalb bis vier Monate.