SANIERUNG: Mit der Kirche auf Tuchfühlung

Gestern feierten die Wiler Katholiken das Kirchenfest des Namensgebers der Stadtkirche: des Heiligen St. Nikolaus. Besonders festlich wurde es, da auch der Abschluss der Kirchenrenovierung gefeiert wurde.

Christof Lampart
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Auf der Treppe zum Turm bildete sich eine lange Warteschlange.

Auf der Treppe zum Turm bildete sich eine lange Warteschlange.

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

Wie viele Hunderte Personen in der Kirche wirklich Platz gefunden hatten, sah man erst, als der Festgottesdienst zu Ende war und die Menge sich nach draussen ergoss. Etliche Nikoläuse und Knecht Ruprechts standen vor der Türe «Wache», um jedem und jeder heraustretenden Gläubigen einen kleinen Lebkuchen in die Hand zu drücken. Diesen konnten viele auch gut gebrauchen, denn im neben der Kirche aufgestellten Festzelt wurde zwar ein feines Risotto abgegeben, doch die Menge ballte sich dermassen kompakt bei der Essensausgabe, dass gut beraten war, wer sich zuerst einmal all das ansah, was an diesem Tag zur Besichtigung freigegeben war: den Kirchenschatz in der Sakristei inklusive der Wiler Madonna, die einmalige Sonderausstellung, die Stadtarchivar Werner Warth in einem weiteren Festzelt zeigte oder die Orgel, deren Funktion und Spielweise Interessierten von Marie-Louise Eberhard erklärt wurde.

Begehrter Kirchturm

Langweilig wurde es einem auf jeden Fall nicht so schnell, zumal sich gut ein Dutzend Offizielle der Katholischen Kirchgemeinde darum bemühten, den Fragenden, schnelle, umfassende und interessante Antworten zu geben.

Es gab jedoch auch Orte, an denen man, wollte man sie besichtigen, einige Geduld mitbringen musste. Wer beispielsweise in Sachen «langes Warten» gerne die Qual der Wahl hatte, war für eine ganze Weile damit ausgefüllt, sich die Beine in den Bauch zu stehen, wollte er zuerst essen und danach (und umgekehrt) sich den Kirchturm anschauen. «Wir warten jetzt seit zehn Minuten», erklärte eine Frau, die auf der zwölften Stufe von unten stand. Dennoch schienen sich viele nicht gross daran zu stören, dass es nur schleppend nach oben ging. «Wenn man einmal dort oben ist, möchte man ja auch ein wenig verweilen und nicht gleich wieder kehrtmachen; das werde ich genauso machen», so ein geduldig wartender Herr. Überhaupt nicht warten musste, wer den schön erneuerten Chor im Pfarrgarten einem Augenschein unterziehen wollte, lag dieser doch praktisch unbesichtigt da.

Stadtpfarrer Roman Giger im Gespräch. (Bilder: Christof Lampart)

Stadtpfarrer Roman Giger im Gespräch. (Bilder: Christof Lampart)