Sanierung lässt auf sich warten

Die ehemalige Abfalldeponie in Niederglatt harrt einer Sanierung. Zum Schutz des Ufers wurden Sofortmassnahmen getroffen. Nun sind verschiedene Projektvarianten im Bereiche des Wasserbaus erarbeitet worden.

Philipp Stutz
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Mit sogenannten Raubäumen konnte das Ufer der Glatt stabilisiert werden. Dazu wurden Tannen im Bereich des Ufers verlegt, die mit Drahtseilen an Steinquadern befestigt sind. (Bilder: Philipp Stutz)

Mit sogenannten Raubäumen konnte das Ufer der Glatt stabilisiert werden. Dazu wurden Tannen im Bereich des Ufers verlegt, die mit Drahtseilen an Steinquadern befestigt sind. (Bilder: Philipp Stutz)

NIEDERWIL. Bauschutt und Sperrgut, Hauskehricht und Schlacke sind in der einstigen Deponie nahe der Glatt abgelagert worden. Sie wurde zwischen 1964 und 1970 von den Gemeinden Uzwil und Oberuzwil betrieben. Ab 1971 deponierte der Zweckverband Abfallbeseitigung Uzwil (Zabu), dem mehrere Gemeinden angeschlossen waren, dort seinen Abfall (die Wiler Zeitung hat berichtet).

Ufer stabilisieren

Hochwasser haben das Ufer erodieren lassen. Was zur Folge hat, dass sich die Glatt mehr und mehr der ehemaligen Deponie nähert. Um weiteren Schäden vorzubeugen, sind während dieses Frühjahrs sogenannte Raubäume angebracht worden, die das Ufer stabilisieren sollen. «Diese Massnahme hat sich nachweislich bewährt», sagt Cornel Egger, Gemeindepräsident von Oberuzwil, als Standortgemeinde federführend bei diesem Projekt. Die Situation habe sich gegenüber dem Frühjahr merklich verbessert, betont Egger. Dieses Jahr würden keine weiteren Massnahmen mehr getroffen, ergänzt Projektleiter René Wirth vom Ingenieurbüro Billinger AG.

Drei Varianten ausgearbeitet

Laut Wirth sind drei Varianten zur Sanierung der Deponie ausgearbeitet worden. Diese Vorstudien mit Kostenschätzung sind den kantonalen Amtsstellen weitergeleitet worden. Eine Variante sieht sogenannte Buhnen vor. Dabei handelt es sich um Steinblöcke, die im Flussbett zur Sicherung des Ufers verankert werden. Ein weiterer Vorschlag sieht Steinbuhnen mit teilweisem Abtrag der Abfalldeponie vor, was kleine Veränderungen des Flussbetts nach sich ziehen würde. Und als dritte Variante wird ein Steinsatz vorgeschlagen. Das heisst, die Uferböschung würde mit Steinen gesichert.

«Mühlen mahlen langsam»

Beim Sanierungsprojekt handelt es sich um ein kompliziertes planerisches und technisches Prozedere, das verschiedene Stellen tangiert. Neben dem Kanton wird auch der Bund in das Projekt involviert sein, sind doch von dieser Seite her Subventionen zu erwarten. Dabei handelt es sich um Beiträge aus der Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten (Vasa). «Die Mühlen mahlen langsam», betont Projektleiter Wirth, «erst im Verlaufe des nächsten Jahres werden wir mehr über das weitere Vorgehen wissen.» Die Kostenfrage ist delikat und noch nicht abschätzbar. Ein verbindlicher Kostenteiler kann erst erstellt werden, wenn das Sanierungsprojekt ausgearbeitet ist.

In diesem Gebiet wurde früher Abfall deponiert. Im Hintergrund des Bildes die Strasse zwischen Wilen-Watt und Niederglatt mit der Lourdes-Grotte.

In diesem Gebiet wurde früher Abfall deponiert. Im Hintergrund des Bildes die Strasse zwischen Wilen-Watt und Niederglatt mit der Lourdes-Grotte.

René Wirth Projektleiter Sanierung Abfalldeponie

René Wirth Projektleiter Sanierung Abfalldeponie