Sammelstellen sind ein Ärgernis

Einwohner regen sich über den Lärm und den «deponierten» Abfall auf. Jetzt handelt die Gemeinde: Sie installiert an den öffentlichen Sammelstellen eine Videoüberwachung.

Urs Bänziger
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Im Fokus der vierten von der Gemeinde angeschafften Videoüberwachung stehen die Sammelstellen am Marktplatz und an der Lindenstrasse. (Bild: Urs Bänziger)

Im Fokus der vierten von der Gemeinde angeschafften Videoüberwachung stehen die Sammelstellen am Marktplatz und an der Lindenstrasse. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Die öffentlichen Sammelstellen für Altglas und Blechdosen in Uzwil sind ein Ärgernis. Einwohner regen sich über den Lärm und über den Abfall auf, der bei den Containern deponiert wird. Das Problem ist nicht neu. An der Bürgerversammlung vom Montag hat ein Einwohner seinem Ärger wieder einmal Luft gemacht. Er ist nicht der einzige. Reklamationen gelangen immer wieder an die Gemeindeverwaltung, wie Verwaltungsleiter Thomas Stricker sagt. «Einwohner rufen uns an und beklagen sich darüber, dass spät in der Nacht und am Sonntag Altglas in die Container geworfen wird.»

Und jeden Tag seien Mitarbeiter des Bauamts bei den Sammelstellen am Aufräumen von Güsel, der eigentlich in den Haushaltskehricht gehöre.

Idee vom Zaun wieder fallen gelassen

Das Problem in den Griff zu bekommen, scheint schwierig zu sein. Gemeindepräsident Lucas Keel appellierte an der Bürgerversammlung an die Vernunft der Bevölkerung. Dass ein Aufruf allein nicht reicht, weiss auch die Gemeindebehörde. Sie hat schon verschiedene mögliche Massnahmen geprüft, aber bis jetzt alle wieder zurückgestellt. So stand zur Diskussion, die Entsorgung auf eine Sammelstelle zu konzentrieren, was eine Überwachung deutlich vereinfachen würde. Wie Stricker sagt, wollte die Gemeinde diese Aufgabe einer Entsorgungsfirma übergeben. Nachdem diese aber kein Interesse gezeigt habe, sei die Idee wieder fallen gelassen worden.

Auch hat sich die Gemeinde überlegt, die Sammelstellen einzuzäunen und während der Sperrzeiten abzuschliessen. «Doch sind wir auch von dieser Möglichkeit abgekommen, weil gewisse Leute auch dann weder Verständnis noch Vernunft zeigen würden und ihren Abfall dann einfach vor dem Zaun liegen lassen», sagt Stricker.

Jetzt aber will die Gemeinde Nägel mit Köpfen machen und eine Videoüberwachung installieren. Nachdem auf dem Begegnungsplatz in Niederuzwil damit positive Erfahrungen gemacht wurden, hat der Gemeinderat beschlossen, in diesem Jahr zwei weitere Kameras anzuschaffen. Diese sind aber beide im Einsatz. Die eine Videoüberwachung ist beim Känzeli montiert, wo es ebenfalls immer wieder Probleme mit Lärm und Littering gibt. Die dritte Kamera überwacht die Tierkörpersammelstelle. Das Problem dort: Es komme vor, dass lebende Tiere «deponiert» werden, sagt Stricker. Zudem hätten Nutzer die Türe offen gelassen, was das Kühlsystem nahe an den Kollaps brachte.

Weil die drei Videokameras alle im Einsatz sind, hat der Gemeinderat entschieden, eine vierte anzuschaffen. Diese wird ihren Fokus auf die Sammelstellen richten. «Prioritär überwacht diese Kamera die Sammelstellen am Marktplatz in Niederuzwil sowie diejenige an der Lindenstrasse», sagt Stricker. Ab wann sie im Einsatz sein werden, stehe noch nicht fest. Die Gemeinde erhofft sich von den Überwachungen vor allem eine abschreckende Wirkung. Inwieweit Abfallsünder mit den Videoaufzeichnungen geahndet werden sollen, lässt Stricker offen.

Container bald in der Erde?

Im Uzwiler Mitteilungsblatt von dieser Woche schreibt der Gemeindepräsident, dass er von Abfallsammelstellen und Unterflurbehältern geträumt habe. Letzteres könnte schon bald zur Realität werden, denn die Gemeinde hat vor, die Container für Glas und Dosen in die Erde zu legen. Dann wäre das Problem mit dem wilden Deponieren von Abfall bei den Sammelstellen zwar nicht ausgeräumt, aber zumindest die Lärmimmissionen könnten reduziert werden.