Saisonstart in Offenburg

Die nationale Voltige-Saison beginnt zwar erst im April. Wer wie Voltige Lütisburg auch internationale Erfolge feiern möchte, kann aber nicht so lange zuwarten, bis es wieder «um etwas» geht.

Urs Nobel
Drucken
Teilen

VOLTIGE. Sofern der zünftig in die Jahre gekommene Pferdetransporter von Kurt Bischofberger nach seiner Winterpause anspringt, befindet sich die erste Mannschaft heute auf dem Weg nach Offenburg. Im Rahmen der Baden Classics, einer hochkarätigen Pferde-Springsport-Veranstaltung, misst sich der Schweizer Meister und WM-Zweite 2014 anlässlich einer Einlageveranstaltung erstmals an einem Voltige-Turnier in diesem Jahr. Je eine Kür am Samstag und am Sonntag haben die Lütisburgerinnen zu bestreiten. Ihre Gegnerschaft kommt vor allem aus Deutschland, aber auch aus Österreich und Frankreich.

Trainingsgruppe vergrössert

Bis vor einem Jahr handelte es sich bei dem Turnier in Offenburg noch um einen Teil der Trophy Süd. Diese findet in diesem Jahr aber nicht statt. «Preisgeld gibt es an diesem Wochenende aber trotzdem», sagt Monika Bischofberger, der mit einer Ausnahme sämtliche Voltis wie im vergangenen Jahr zur Verfügung stehen. Also Nathalie Bienz, Martina Büttiker, Nadja Büttiker, Raffaela Di Maria, Ramona Näf und Sally Stucki. Zurückgetreten ist Tatjana Brassel. «Wir haben bewusst keine neue Voltigiererin ins Kader der erste Mannschaft aufgenommen», sagt Monika Bischofberger und erklärt auch weshalb. «Aus unseren anderen Teams trainieren regelmässig vier Mädchen mit uns. Statt dass diese bei uns das fünfte Rad sind, können sie in ihrer jetzigen Gruppe wertvolle Dienste leisten. Wir werden aber auf sie zurückgreifen, sollte dies wegen einer Verletzung erforderlich sein.»

Detailpflege im Trainingslager

Zu den Siegeschancen am Wochenende in Offenburg will Monika Bischofberger keine Nahrung zu Spekulationen abgeben. «Anfang Saison steht das neue Kürprogramm noch nicht. Aber das ist auch bei der Konkurrenz so. Wir würden auch noch nicht alles zeigen wollen, selbst wenn wir könnten.» Fakt ist aber, dass sich die Toggenburgerinnen seit rund zwei Wochen auf diesen Wettkampf vorbereiteten. Vorher beschränkten sich die Trainingseinheiten vermehrt auf Einzeltrainings, und das wird auch noch eine Weile nach Offenburg der Fall sein. Wahrscheinlich steht die neue Kür erst an Ostern, wenn die Lütisburgerinnen in ihr Trainingslager reisen und dort mit dem Choreographen Michael Gnad mehr Zeit für die Detailpflege haben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt weilt der Norddeutsche aber einmal monatlich im Toggenburg und ist aus dem Team nicht mehr wegzudenken.

In Vorbereitung mit einbeziehen

Kaum war die Saison 2014 beendet, begann für die Lütisburgerinnen die neue. Monika Winkler hält in der Trainingsgestaltung an Bewährtem fest. Auch an der Intensität, welche in der Regel vier Trainings in der Woche umfasst. Natürlich nebst den Verbandskadertrainings an Wochenenden, die jeweils in verschiedenen Sparten in der ganzen Schweiz zur Austragung gelangen. Wie bis anhin hält es die Trainerin so, dass sie ihre Mädchen, so oft es möglich ist, in die Vorbereitung mit einbezieht. Also in die Wahl der Musik für die Kür oder bei Vorschlägen von neuen Figuren. Ein grösseres Augenmerk wird künftig aber auf das Umfeld der Voltis gelegt. Dazu gehören gut- und ernstgemeinte Verhaltensregeln, was die gesündere Ernährung anbelangt. «Ich führte mit Gruppen oder mit einzelnen zahlreiche Gespräche, alle mit dem Ziel, das Team oder jede einzelne Voltigiererin mental stärker zu machen. Ich benützte dabei in erster Linie die Technik der Visualisierung», sagte Monika Bischofberger, die in besagten Bereichen noch Potenzial sieht.

Ein «kleines» Problem

Dass es im Team keine personellen Änderungen gegeben hat, ist sicher ein Vorteil. Nachteilig könnte es jedoch sein, dass die Oberfrau schneller als erwartet wächst und schwerer wird. «Das wird in diesem Jahr wieder eine Herausforderung für uns», so Monika Bischofberger, die trotzdem, oder erst recht, zuversichtlich in die Zukunft blickt.

Aktuelle Nachrichten