Saison à la carte?

Den letzten Match und damit auch die letzte Niederlage der Saison schloss das Damen-Volleyballteam aus Uzwil mit dem Verzehr eines Cordon bleu im Restaurant Adler in Zuckenriet ab.

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Den letzten Match und damit auch die letzte Niederlage der Saison schloss das Damen-Volleyballteam aus Uzwil mit dem Verzehr eines Cordon bleu im Restaurant Adler in Zuckenriet ab.

Die äusserst inkonstante Leistung der Volleyballerinnen über die Saison 2012/2013 steht in keinem Vergleich zum ausgezeichneten Service des Restaurantpersonals über den gesamten Abend. Apropos Service: In (zu) vielen Matches der Saison zählten sich die Servicefehler ins Unermessliche, was im Volleyball die Gegner jedoch sehr schätzten. Glücklicherweise sind die Spielerinnen keine Serviertöchter im Restaurant. Da wäre ein Servicefehler unverzeihbar.

Ohne Servicefehler

Zurück zum «Adler»: die Spielerinnen bestellten ihr Cordon bleu à la carte und bald darauf wurden sie mit dem gewünschten Menu bedient. Die Sportlerinnen hätten sich von dem Servicepersonal eine Scheibe abschneiden können. Vor allem in der Rückrunde der Meisterschaft erreichten sie selten eine derartige Leistung, wie dies die emsige «Adler-Crew» an den Tag legte.

In frischem Violett

Die Teller waren wunderbar angerichtet. Das Auge konnte mitessen. Der Appetit stieg alleine nur schon vom ansehen. Was für das Cordon bleu die Dekoration und Beilage war, waren die neuen Trikots für das Damen 1. In frischem Violett konnten sie in die Saison starten. Ihr neues Outfit verlieh anfänglich Motivation und Appetit auf viele Punkte. Doch siegten sie auch? Anfänglich ja, in der Vorrunde. In dieser gewannen sie gegen Goldach, Wittenbach und in einem sensationellen Match gegen Winterthur. In der Rückrunde wurden die Erfolge jedoch immer rarer.

Vorzüglich gewürzt

Das Cordon bleu schmeckte ausgezeichnet. Das Fleisch war zart, perfekt gebraten und vorzüglich gewürzt – genau wie die Volleyball-technischen Fähigkeiten der Spielerinnen, die Trainer Amir Mustafic seinen Schützlingen attestierte. Die Würze des Teams liege im hervorragenden Teamgeist, der gegenseitigen Unterstützung und der Freundschaft zwischen den Spielerinnen, schwärmte der Spielleiter zwischen zwei Bissen.

Die Mehrschichtigkeit des Cordon bleus widerspiegelt sich in der Leistung der Damen während der Matches. Auf eine exzellente Phase mit starker Blockleistung und druckvollen, variantenreichen Angriffen, die einem auf der Zunge vergehen, beziehungsweise in lautem Applaus enden, folgt eine Phase mit zahlreichen Eigenfehlern. Was die Uzwilerinnen an brillanter Leistung erbrachten, zerstörten sie wieder durch eigene Fehler.

Die Panade macht es aus

Glücklicherweise hatte dies der Koch im Gasthof Adler in Zuckenriet besser im Griff. Seine Produkte aus der Küche wurden von den Gästen hoch gelobt. Vor allem die Panade um das Cordon bleu rief Begeisterung hervor. Sie hielt Fleisch und Käse richtig zusammen. Dies erwarteten die Spielerinnen auch von ihrem Trainer während der Meisterschaft. Doch anfangs der Saison hatte das Team und Amir Mustafic noch Mühe, miteinander klarzukommen, Dank einiger Gespräche und offener Kommunikation, besserte sich die Zusammenarbeit jedoch stark und man zeigte sich gewillt, gemeinsam an einem Strick zu ziehen und die Saison durchzuhalten.

Durchhaltewillen war auch beim Verzehr des Cordon bleu gefragt. Die Portionen waren riesig und verlangten nach Ausdauer. Doch aufgeben wollte niemand. So wie beispielsweise auch nicht in jenen sechs Spielen im Verlauf der Saison, als die Uzwilerinnen über fünf Sätze spielen mussten.

Bis zum nächsten Mal

Volley Uzwil hat die Saison auf dem achten Rang abgeschlossen. Für den grossen Aufwand, den alle betrieben haben, ist dies nicht befriedigend. Aber es reicht, um in der 2. Liga zu verbleiben. Die Qualität der Cordon bleu im «Adler» war auf jeden Fall besser, als die Leistung aus den Spielen. Doch das sei jetzt abgehakt, die Saison ist zu Ende. Zu Ende ging auch ein wunderschöner Abend in Zuckenriet und sympathisch stand auf der Rechnung des Gasthofs geschrieben: «Herzlichen Dank und bis zum nächsten Mal.» Genauso will es das Damenteam von Volley Uzwil auch halten. Es verabschiedet sich aus der Saison, dankt dem Trainer und den Anhängern und verspricht dabei: «Wir kommen wieder.» Denis Mösle

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