Sämi der Kühne macht Dampf

Freistoss

Ralf Rüthemann
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Für den Königstitel hat es nicht gereicht, doch Samuel Giger darf sich zum engsten Kreis des Hochadels zählen. Der 18-jährige Ottoberger verpasste am Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer nur knapp den Einzug in den Schlussgang. Am Ende konnte sich der Berner Matthias Glarner die Krone aufsetzen.

Dass er das Zeug zum König hat, bewies Samuel Giger im Jahr 2016 zur Genüge. So schickte Giger am Zürcher Kantonalen alle Gegner ins Reich des Fussvolkes, und auch am Bergschwinget auf der Schwägalp gab es keinen, der ihm den Siegermuni streitig machen konnte – ausser dem Bündner Armon Orlik, der mit Giger den Festsieg teilte.

Und wie könnte es in Samuel Gigers bereits schon äusserst erfolgreichen Karriere weitergehen? In drei Jahren am Eidgenössischen Schwingfest in Zug gibt es mit Sicherheit einen weiteren gefährlichen Angriff auf seine Majestät Matthias Glarner. Mit Unterstützung der Ostschweizer Schwingergarde dürfte Sämi der Kühne dem Königreich Bern ordentlich Dampf machen und ein Kandidat für die Thronfolge sein.

Doch bis es so weit ist, wird Giger weiter auf Kränzejagd gehen und das eine oder andere Kägifret – sein Stärkungsmittel an Wettkämpfen – verspeisen. Bis anhin war dies ein Erfolgsgarant. Bleibt zu hoffen, dass die Berner Sägemehlkrieger diese süsse Geheimwaffe bis in drei Jahren noch nicht entdeckt haben. Danach spielt es keine Rolle mehr, Giger steigt dann eh auf Königswaffeln um.

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch