Runde Bälle und quadratische Codes

Flawiler Schülerhandballturnier

David Metzger
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QR-Code-Trikots hin oder her: Den Sieg erspielten sich die «Orangen». (Bild: David Metzger)

QR-Code-Trikots hin oder her: Den Sieg erspielten sich die «Orangen». (Bild: David Metzger)

Das Schülerhandballturnier hat Tradition. Das 44. seiner Art startete dennoch mit einem Novum. Erstmals wurde das Turnier nicht im März ausgetragen. «Durch den längeren Saisonzeitraum blieben während des Meisterschaftsbetriebs keine Sperrtermine für das Turnier übrig, wodurch wir die Austragung in den Mai ­hinein verschieben mussten», begründet OK-Präsident Michael Tobler den Entscheid. Nachzutrauern schien diesem Abtausch aber niemand. Im Gegenteil: Die milden Temperaturen erlaubten den Betrieb einer Festwirtschaft ausserhalb der Turnhalle. Deren Umsätze und damit die Vereinskasse des Handballclubs Flawil dürften von diesem Schachzug profitiert haben.

Keine Zeit zum Scannen

Angesprochen darauf, muss Michael Tobler schmunzeln. Dann wandert sein Blick nach rechts in Richtung des Hallenspielfeldes, wo gerade ein Finalspiel ausgetragen wird. Ohrenbetäubender Lärm erfüllt die Halle. Gerade hat sich die Mannschaft in den orangen Trikots die Führung erspielt. Die Eltern am Spielfeldrand und auf der Tribüne bejubeln den Treffer frenetisch – nicht wenige haben ihr Mobiltelefon gezückt, um den Moment auch digital festzuhalten. Die Digitalisierung scheint ohnehin auch im Schülerhandball angekommen zu sein. So haben die Gegnerinnen auf ihren eigens für das Turnier kreierten Trikots einen riesengrossen QR-Code abgebildet. Zum Scannen bleibt aber keine Zeit, das Spiel ist umkämpft. Erst zum Spielende hin weiss sich die orange Mannschaft leicht abzusetzen. Wohl auch deshalb, weil sich in deren Team mehr aktive Handballspieler befinden. Zu augenfällig wird dieser Unterschied. Sei es beim Positionsspiel, beim Torabschluss oder auch beim Passen. Da hilft es der Mannschaft mit dem hochmodernen QR-Code auf der Brust auch nichts, dass zwei ihrer «Gspäänli» am Spielfeldrand ein Transparent aus Karton emporhalten, auf dem in verschiedenen Farben der Teamname steht: «Hopp Snappy Dog».

Begeisterung für den Sport wecken

«Genau um solche Momente und Ereignisse geht es an unserem Turnier», betont OK-Chef Tobler. Auch wenn ihm klar ist, dass die finanzielle Sichtweise eines solchen Anlasses nie gänzlich ­ignoriert werden darf, ist ihm und seinem OK-Team die Förderung des Handballsportes wichtiger. «Viele Kinder in unserem Dorf kommen durch dieses Turnier zum ersten Mal mit dem Handballsport in Berührung. Wenn wir einige Spielerinnen und Spieler für den Sport begeistern können und diese auch noch den Weg in unseren Aktivclub finden, dann hat sich die Austragung bereits mehr als gelohnt.»

So oder so gelohnt hat sich das Mitmachen für jeden Teilnehmenden. Neben viel Handballsport und noch mehr Toren erhielt jede und jeder der knapp 200 Schülerinnen und Schüler ­einen Preis überreicht.

David Metzger

redaktion@wilerzeitung.ch

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