Ruedi Wehrlis letzte Sitzung

Heute nimmt Ruedi Wehrli an seiner letzten Sitzung als Gemeinderat teil. Wie die Wiler Zeitung bereits berichtete, war er 26 Jahre Mitglied des Rates und tritt zurück, da er nach Wil zügelt. Um seinen Sitz buhlen drei Kandidaten.

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Nach 26 Jahren: Ruedi Wehrli geht heute zu seiner letzten Ratssitzung. (Bild: zVg.)

Nach 26 Jahren: Ruedi Wehrli geht heute zu seiner letzten Ratssitzung. (Bild: zVg.)

Kirchberg. Wenn Ruedi Wehrli heute die Treppe im Kirchberger Gemeindehaus hochsteigt, wird er dies zwar federleichten Schrittes tun, aber mit gemischten Gefühlen. Dies schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Nach 26 Jahren Ratstätigkeit ist es seine letzte Gemeinderatssitzung. Ab morgen wird sein Platz bis zur Ersatzwahl im Herbst leer bleiben.

Langer Atem

Wehrli wurde Ende 1984 im zweiten Wahlgang als Gemeinderat der Politischen Gemeinde Kirchberg gewählt. Es ist eher selten, dass ein Ratsmitglied sein Amt über so viele Jahre ausübt. Wehrli sei alles andere als ein Sesselkleber gewesen, betont der Gemeinderat. Geradezu lustvoll habe er sein behördliches Amt ausgeübt. Sich für die Gemeinde und ihre Einwohner einzusetzen, hat ihn mit Freude erfüllt und angespornt. Menschlichkeit, ein ausgeprägtes soziales Verständnis und die Sorge zur reichhaltigen Natur und Landschaft in der Gemeinde waren für ihn Richtschnur. Die Pflege der Geselligkeit nach den Sitzungen bedeutete ihm viel und trug zu einem guten Geist im Gemeinderat bei.

Wer ein Vierteljahrhundert als Gemeinderat tätig ist, wird Zeuge und Mitgestalter unzähliger Sachgeschäfte. Zwei Gemeindepräsidenten hat Ruedi Wehrli erlebt. Er durfte den Ausbau der Infrastruktur in den Bereichen Alter, Strassen, Kultur, Sport und Freizeit begleiten. Weitere bedeutende Projekte wie die Melioration, die Grundbuchvermessung, die Richt- und Ortsplanung, der Neubau des Gemeindehauses, die Gesamterneuerung der Kläranlage, die Umwandlungen der Spar- und Leihkasse und der Technischen Betriebe in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft, der Bau der Ortsumfahrung Bazenheid, die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und die Erstellung der Basiserschliessung Ifang-Eichbüel bildeten für ihn Gegenstand intensiver Ratsarbeit.

Der Rat dankt dem Abtretenden

Obwohl ein Gemeinderatsmitglied für alle Entscheide des Kollegialorgans mitverantwortlich zeichnet, müssen oft Schwerpunkte gesetzt werden, schreibt der Gemeinderat weiter. Ruedi Wehrli ging vor allem mit Begeisterung Projekte in den Bereichen Gesundheits-Prävention, Sport und Alter an. Zu seinen grossen Verdiensten gehört das Engagement für die Sportanlagen mit Garderobengebäude in Kirchberg, der Aufbau der Genossenschaft für Alterswohnungen im Bärewisli, das Präsidium der Betriebskommission «Haus für Betagte Sonnegrund» sowie das OK-Präsidium für «kirchberg.bewegt». Nebst unzähligen weiteren Funktionen und Mitgliedschaften in Kommissionen war das Amt des Tierschutzbeauftragten ganz besonders anspruchsvoll.

Der Gemeinderat dankt, wie er in der Mitteilung schreibt, seinem Ratskollegen Ruedi Wehrli von ganzem Herzen für die vielen Jahre engagierter und freundschaftlicher Zusammenarbeit. Dieser Dank solle auch stellvertretend für die ganze Bevölkerung gelten, in deren Dienst sich der Abtretende über mehr als zwei Jahrzehnte gestellt hat. Der Gemeinderat hoffe, dass Ruedi Wehrli über seine Amtszeit als Gemeinderat hinaus mit der Gemeinde Kirchberg verbunden bleibt – jener Gemeinde, für die er einen bedeutenden Teil seines Lebens eingesetzt hat. (gk.)