Rücktritt vom Spitzenfussball

Kürzlich bestritt Leistungsträgerin Sibylle Schilter nach ihrem angekündigten Rücktritt für das Kirchberger Nationalliga-B-Team ihr letztes Spiel gegen Thun Berner Oberland. Sie bleibt dem Verein allerdings in diversen Funktionen erhalten.

Beat Lanzendorfer
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Sibylle Schilter hat sich vom Spitzensport verabschiedet. (Bild: Urs Nobel)

Sibylle Schilter hat sich vom Spitzensport verabschiedet. (Bild: Urs Nobel)

Frau Schilter, Sie beenden Ihre Karriere mit nur 27 Jahren. Wo liegen die Gründe?

Schilter: Bereits im Verlauf des Sommers habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich aus dem Spitzenfussball zurückzuziehen, konnte mich dann aber nochmals für eine weitere Saison motivieren. Im Laufe des letzten halben Jahres wurde mir jedoch immer wieder bewusst, dass für mich persönlich das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag im Frauenfeussball nicht mehr stimmte. Somit habe ich mich entschieden, in der Winterpause meinen Rücktritt bekanntzugeben.

Dann ist es keine Kurzschlussreaktion? Haben Sie Ihren Entscheid gut durchdacht?

Schilter: Ich habe mir in den letzten Monaten viele Gedanken über die Situation gemacht und auch viele Gespräche geführt. Die Mannschaft wusste ebenfalls schon seit einigen Monaten, dass ich mich im Winter entscheiden werde. Somit war es für mich sicherlich keine Kurzschlussreaktion.

Ein Wechsel zu einem anderen Verein ist keine Option?

Schilter: Im Moment geniesse ich es sehr, meine Freizeit spontaner zu gestalten. Sportlich möchte ich mich weiterentwickeln und neue Herausforderungen angehen. Ob ich mich schlussendlich wieder dem Fussball zuwende, lasse ich noch offen.

Hat Ihr Entschluss auch etwas mit dem schlechten Abschneiden der Mannschaft (letzter Platz zu tun?

Schilter: Nein, mein Entscheid hat nichts mit der aktuellen Tabellenlage zu tun.

Die Stimmung in der Mannschaft kann aber nicht die beste sein. Gleicher Meinung?

Schilter: Klar, wenn der Erfolg ausbleibt, ist es immer schwierig, die Stimmung in der Mannschaft positiv aufrechtzuerhalten. Auch der schmale Kader macht es nicht unbedingt einfacher. Ich bin aber positiv gestimmt, dass sich in der Winterpause einiges bewegen lässt, um wieder Erfolge einzufahren.

Trauen Sie der Mannschaft trotz ungünstiger Voraussetzungen den Ligaerhalt doch noch zu? Oder anders formuliert: Will die Mannschaft überhaupt in der Nationalliga B bleiben?

Schilter: Das Ziel der Mannschaft ist der Ligaerhalt. Ich traue der Mannschaft zu, dieses Ziel zu erreichen. Es wird sicher nicht einfach, aber mit der richtigen Einstellung, Leidenschaft und Wille ist dies noch zu schaffen.

Sie bekleiden im Verein auch das Amt der Sport-verein-t Verantwortlichen. Behalten Sie diese Funktion?

Schilter: Ich werde dem Vereinsvorstand in meinem Amt weiterhin erhalten bleiben. Meine sportliche Entscheidung hat auf dieses Amt keinen Einfluss, und der FC Kirchberg liegt mir ja immer noch und auch weiterhin sehr am Herzen.

Wie geht es bei Ihnen nun weiter? Mit 27 Jahren machen Sie es sich kaum schon im Lehnstuhl bequem?

Schilter: Ich lasse es vorerst auf mich zukommen. Im Verein werde ich mich weiterhin engagieren. Sportlich möchte ich mich weiterentwickeln und neue Herausforderungen angehen. Langweilig wird es mir damit sicher nicht.