«Rücksichtslos und unverantwortlich»: Masken in der Region Wil-Toggenburg finden nicht immer den Weg in den Abfallkübel

Während in der Region Toggenburg kaum Mehraufwände bei der Strassenreinigung wegen achtlos weggeworfener Masken zu verzeichnen sind, sieht es im Fürstenland etwas anders aus. Uzwiler Werkhofmitarbeiter sammeln täglich 30 bis 40 Masken vom Boden auf.

Dinah Hauser
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Achtlos weggeworfen: Eine Leserin sammelte kürzlich drei Masken vom Boden auf.

Achtlos weggeworfen: Eine Leserin sammelte kürzlich drei Masken vom Boden auf.

Bild: PD

Seit fast drei Wochen gilt die erweiterte Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Räumen. Doch wo landen die getragenen Masken? Eigentlich im Abfall. Wer in den Städten und Dörfern der Region unterwegs ist, der merkt: Einige davon schaffen es nicht bis zum Kübel. Abfallbehälter hätte es in der Region jedenfalls genügend.

Die Redaktion erhielt deshalb auch Lesermeldungen aus der Region Wil-Toggenburg. Leserin Brigitte Lüthi schreibt:

«Eine Sauerei ist das Letzte, was wir jetzt brauchen.»

Man müsse doch jetzt zusammenhalten.

«In Ebnat-Kappel stellen wir keine Schwierigkeiten mit Masken fest», heisst es aus der Gemeinde, wo die Leserin exemplarisch drei Masken entsorgt hat. Auf den Boden geworfene Masken seien – wie auch andere achtlos weggeworfene Sachen – unwesentlich und Einzelfälle. Die Bevölkerung gehe gut mit der Abfallentsorgung um. Für die Mitarbeitenden vom Bauamt/Werkhof entstünden kein Mehraufwand und keine Schwierigkeiten.

Auch im Hauptort Wattwil verzeichnet die Gemeinde kaum Probleme, vereinzeltes unachtsames Wegwerfen stellt die Gemeinde jedoch fest. «Pro Tag sammeln die Mitarbeiter zirka 10 bis 20 Masken von Hand auf», sagt Marc Bohnenblust, Kommunikationsbeauftragter von Wattwil. Seit Beginn dieser Woche habe die Anzahl achtlos weggeworfener Masken aber zugenommen. «Jegliches unachtsame Wegwerfen von Abfällen soll vermieden werden», sagt Bohnenblust. Entsprechend unterstütze Wattwil auch Initiativen gegen «Littering».

In der Region Wil liegen mehr Masken auf dem Boden

Auch die Stadt Wil unterstützt nationale Kampagnen. Zu den achtlos weggeworfenen Masken findet Max Forster, Leiter Umwelt, deutliche Worte:

«Das ist rücksichtslos und gegenüber Natur und anderen Menschen unverantwortlich.»

Die Mitarbeiter sammeln derzeit maschinell oder von Hand 10 bis 20 Masken täglich ein. Dies seit der Einführung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr im Juli. Mehraufwand sieht Forster nicht: «Abfall ist Abfall: Es ergeben sich keine spezielle Massnahmen.»

Hotspots für Littering gebe es immer wieder, die in manchen Fällen eine kurzfristige Anpassung der Arbeiten nötig machten. Als Beispiel nennt er den Lockdown im Frühling, als mehr Abfall in Naherholungsgebieten entstand.

Uzwil hingegen verzeichnet täglich 30 bis 40 Masken, welche durch die Strassenreinigung vom Boden aufgesammelt und entsorgt werden. Laut Rolf Betschart, Leiter des Unterhaltsdienstes, gibt es einen Mehraufwand beim Handfetzeln. Als Hauptorte nennt er Bahnhof, Zentrum Uzwil, Migros, Raiffeisenplatz und Denner Niederuzwil sowie den Bereich der Kunsteisbahn und des Sportplatzes Schi. Er resümiert:

«Es gibt Leute, die sind pflichtbewusst. Andere interessiert das überhaupt nicht. Aus den Augen, aus dem Sinn, die anderen sollen…»