RÜCKSCHLAG: Verlorene Schlüsselspiele

Die St. Galler Tischtennisspieler steigen nach einem Jahr wieder aus der Nationalliga B ab. Manager und Spieler erklären, warum es so weit kam und wie die Zukunft der ersten Mannschaft aussieht.

Stefan Kleiser
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Ob Michal Kubat (links) und Nick Rütter auch in Zukunft gemeinsam Doppel spielen, steht noch nicht fest. (Bild: Michel Canonica)

Ob Michal Kubat (links) und Nick Rütter auch in Zukunft gemeinsam Doppel spielen, steht noch nicht fest. (Bild: Michel Canonica)

Stefan Kleiser

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@tagblatt.ch

Im Nachhinein ist man immer klüger. «Es war vielleicht ein Fehler, dass wir dachten, es würde reichen, drei gute Spieler zu haben», sagt Reinhard Vilic, Manager des Nationalliga-B-Teams des Tischtennisclubs St. Gallen. Am Wochenende werden Michal Kubat, Nick Rütter und Nenad Zunic die Meisterschaft auf Rang sieben beenden – und nach einer Saison wieder in die Nationalliga C absteigen. «Es wirkte sich negativ aus, wenn einmal ein Spieler ausfiel oder krank war oder die Tagesform nicht stimmte.»

So bleibt das Fazit ernüchternd. «Die gewisse Kontinuität war nicht da», erklärt Vilic. In seine Beurteilung mischt sich Wehmut. «Wenn ich die vorhandene individuelle Qualität sehe, wäre es möglich gewesen, uns in der Nationalliga B zu halten.» Doch die Schlüsselspiele gegen Young Stars Zürich gingen verloren. Weshalb die Zürcher vor der Doppelrunde von morgen und Sonntag vier Punkte mehr aufweisen und von St. Gallen nur noch theoretisch überholt werden können.

Unnötig Punkte verloren

«Wir hatten Pech», sagt Spielertrainer Michal Kubat, «wir haben viele Spiele knapp verloren.» Zum Beispiel Mitte Februar gegen das drittplatzierte Neuhausen: Das Doppel ging mit 10:12 im fünften Durchgang an die Männer vom Rheinfall, und Rütter unterlag im letzten Einzel nach einem 2:0-Vorsprung in Sätzen noch 2:3. Wäre eines dieser Spiele zu Gunsten St. Gallens ausgegangen, hätte die Partie unentschieden geendet.

«Am Ende zweifelt man immer an sich», erzählt Rütter. In seiner ersten Saison in der NLB erzielte der U18-Junior 17 Siege in 33 Spielen. Doch ausgerechnet gegen Zürich gewann er nur eines von sechs Einzeln. Auch Kubat ist mit sich nicht ganz zufrieden. «Ich hätte mehr Siege von mir erwartet. 80 Prozent statt 50 Prozent.» Man merke es einfach, «wenn man immer nur zu dritt trainiert». Es brauche mehr Training mit verschiedenen guten Spielern: «Das wäre auch besser für Nick.» «Wir kennen uns in- und auswendig», meint Rütter.

Verstärkung vorgesehen

Und so reichte es eben nicht, um in der stark besetzten NLB zu ­bestehen. «Wir müssen uns nun überlegen, wie es weitergeht», sagt Vilic zu den Auswirkungen des Abstiegs. «Wir würden aber gerne direkt wieder aufsteigen.» Denn Kubat habe gute Arbeit geleistet. Dazu muss es gelingen, die Spitzenspieler zu halten. «Es hat Spass gemacht an den ­Spielen», sagt Kubat. Er habe aber «viele Angebote», verrät der 25-Jährige, der seit 2014 für St. Gallen lizenziert ist. Auch das ist aber keine Absage an den ­bisherigen Verein.

Vilic sagt, er hoffe, auch Rütter sei bereit, «halt nochmals ein Jahr in der Nationalliga C zu spielen». «Es wäre sicher schöner, in der Nationalliga B zu spielen», erklärt der Konstrukteur-Lehrling dazu. «Es war toll, gegen Bessere zu spielen. Da lernt man etwas und pusht sich.» Wenn der Club den Wiederaufstieg mit einem guten Team plane und auch Kubat bleibe, «dann werde ich auch bleiben, auch wenn es eine verlorene Saison ist». Das soll es nicht werden. «Es ist etwas am Laufen mit einem vierten Mann», verrät Vilic: «Mit einem guten Mann.»