RÜCKBLICK: Rote Rosen für die Roten

An der Jahresversammlung der SP Wil standen die Verabschiedungen von ehemaligen Parlaments- mitgliedern und einer Schulrätin im Zentrum. In diesem Jahr feiert die Wiler Sektion den 100. Geburtstag.

Philipp Haag
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Die ehemalige Schulrätin Theresia Rieder (links) im Gespräch mit der Ex-Stadtparlamentarierin Mirta Sauer. (Bild: Philipp Haag)

Die ehemalige Schulrätin Theresia Rieder (links) im Gespräch mit der Ex-Stadtparlamentarierin Mirta Sauer. (Bild: Philipp Haag)

Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch

Rosa Mützen, rote Jacketts und rote Rosen: Die Jahresversammlung der SP Wil stand ganz im Zeichen der Parteifarbe. Und im Zeichen des Abschieds. Eines Abschieds, dem Parteipräsident Rino Scherrer kurz auf den Grund ging. «Wir sind vom Rechts-Trend eingeholt, in Wil sogar überrollt worden», sagte er am Mittwochabend. Er meinte das enttäuschende Resultat der Sozialdemokraten bei den Erneuerungswahlen ins Stadtparlament im vergangenen September. Die SP hatte sich zum Ziel gesetzt, die acht Sitze in der Legislative zu halten. Die Partei musste allerdings einen Verlust von zwei Sitzen hinnehmen. Kilian Meyer hatte wegen seines Wegzugs nach Schaffhausen auf eine Wiederwahl verzichtet, und Mirta Sauer war abgewählt worden. Die Partei ist nun noch mit sechs Parlamentarierinnen und Parlamentariern in der Legislative vertreten. Ihnen wandte Scherrer ein Kränzchen: «Sie leisten gute Arbeit.» Nun gehe es mit der SP wieder vorwärts. Dies notabene in einem Jahr, in dem die Wiler Sektion einen runden Geburtstag feiert. Sie war 1917 gegründet worden. Im September wird das 100-Jahr-Jubiläum mit einer Feier begangen. Das Programm steht noch nicht. Eine Arbeitsgruppe stellt dieses nun zusammen.

Soziale Gerechtigkeit ein Anliegen

Beim Fest mit dabei sein wird auch Mirta Sauer. Obwohl sie aus dem Stadtparlament ausgeschieden ist, ist sie weiterhin politisch aktiv. Im Februar war sie in den Vorstand der SP-Frauen des Kantons St. Gallen gewählt worden. Die Wiler Fraktionspräsidentin Silvia Ammann richtete ein paar Worte an die «rote Mirta». Sie war im Jahr 2014 für Katja Hegelbach in die Legislative nachgerutscht. Für Mirta Sauer war die Kultur ein Steckenpferd. Sie engagierte sich in Arbeitsgruppen und Kommissionen, wobei sie der Begleitgruppe für die künftige Nutzung des Hof zu Wil weiterhin angehört. Die soziale Gerechtigkeit und die Chancengleichheit waren nicht nur Mirta Sauer ein wichtiges Anliegen, sondern auch dem in die Munot­stadt umgezogenen Kilian Meyer. Auch ihn verabschiedete Silvia Ammann. Er war im Jahr 2012 ins Parlament gewählt worden. Für den Partizipationsartikel in der Gemeindeordnung, der Jugendlichen und Migranten eine politische Mitsprache ermöglicht, setzte sich Meyer mit Verve ein. Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum ist eine Hinterlassenschaft von Meyer, wie Silvia Ammann sagte.

Ebenfalls nicht mehr in einer Wiler Behörde vertreten ist Theresia Rieder. Sie verzichtete auf eine Wiederwahl in den Schulrat. SP-Schulrätin Miriam Schildknecht würdigte Theresia Rieders Wirken. Sie war für das Allee-Schulhaus zuständig und hat das Prisma-Modell mitgetragen. Theresia Rieder hat sich mit Herzblut für die Schüler, Lehrer, Eltern und Hauswartspersonen eingesetzt, wie Miriam Schildknecht sagte. Für das Hausdienstpersonal engagierte sich auch die Fraktion im Stadtparlament, hatte die Reorganisation der städtischen Hausdienste im vergangenen Jahr doch für grossen Unmut gesorgt. Weiter streifte Fraktionschefin Silvia Ammann in ihrem Kurzrückblick die Tagesschulen, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern sollen.

Angesichts der emotionalen Verabschiedungen gingen die Wahlen beinahe unter: Rino Scherrer wurde als Präsident bestätigt. Auch Marianne Mettler, Doris Schleiflinger, Michel Ketterle und Michael Schönenberger gehören dem Vorstand weitere zwei Jahre an.