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Damals: «Nicht mehr laufen, ‹Quickly› kaufen»

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Bewundernde Blicke für ein altes Motorrad. Es gab viel zu sehen auf dem «Goldenen Boden».

Bewundernde Blicke für ein altes Motorrad. Es gab viel zu sehen auf dem «Goldenen Boden».

Bild: PD

Vor 100 Jahren

20. August: Obertoggenburg. Als Nachzügler zum Sturmschaden vom Januar 1919 taucht vielerorts in den Waldungen der Borkenkäfer auf. Es ist dies hauptsächlich der Fall, wo sich in den Beständen etwas kränkelndes Stammholz und umherliegendes Ast- und Abholz vorfindet.

Eine forstamtliche Verfügung fordert Waldbesitzer auf, die vom Borkenkäfer befallenen Stämme, hauptsächlich sind es Rottannen, sofort zu fällen und die Rinde samt dem Astholz zu verbrennen. Wie uns mitgeteilt wird, tritt der Schädling, dessen Verbreitung der trockene Sommer begünstigt, auch in unserer nähern Umgebung auf.

20. August: Wattwil. Letzten Mittwoch um halb 10 Uhr wurde hier ein Meteor von seltenem Glanz beobachtet. Die Lichtfarbe war grünlich-weiss, die Flugdauer 3 Sek.

24. August: Wattwil. Die Musikgesellschaft «Harmonie» Wattwil-Ulisbach gab letzten Montag im Rietstein einige auserwählte Stücke zum Besten und erfreute damit ein zahlreiches Publikum. Wir sprechen dem rührigen Verein, der sich in letzter Zeit wiederholt in den Dienst der Öffentlichkeit stellte, den besten Dank aus.

Vor 50 Jahren

23. August: Wattwil. Bald erscheint das handliche, beliebte Telefonbüchlein. Haben Sie eine neue Telefonnummer, die noch nicht im amtlichen Telefonbuch, das im Herbst erscheint, aufgenommen wurde? Bitte teilen Sie uns Ihre neue Nummer umgehend mit, damit diese noch in unserem Lokal-Verzeichnis berücksichtigt werden kann. Buchdruckerei Wattwil AG, Tel. 074 – 7 12 14.

25. August: Wattwil. Die Herbst-Wintersaison im Kino Speer: Ganz gross! Was ist ein «guter» Film? Eine Frage, die niemand gültig zu beantworten vermag. Das Kino Speer hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Akzent auf die «gute Unterhaltung» zu setzen, da man der Ansicht ist, das Kino sei in erster Linie eine Stätte, wo man sich zerstreuen kann und ein wenig die Alltagssorgen verscheucht.

Dies scheint bis jetzt recht gut gelungen zu sein, wie die stets steigenden Besucherzahlen beweisen. Mit besonderer Freude kündigt das Kino nun sein Herbst-Winterprogramm an, und der Veranstalter ist überzeugt, damit den Filmfreunden viel Spass und Unterhaltung zu bieten. Gestartet wird mit dem Musical «Oliver», gefolgt vom «Monte Carlo Rallye». Beides keine neuen Filme, aber trotzdem neu fürs Toggenburg. Am 20. September läuft «Love Story» an, der überall noch grössere Besucherzahlen als Dr. Schiwago aufweist!

Vor 20 Jahren

21. August: Lichtensteig. Am Samstagvormittag fand zum 15. Mal der Veteranenmotorrad- und Teilemarkt auf dem Goldenen Boden statt, im Rahmen der Jazztage Lichtensteig. Der Beginn des Oldtimer-Flohmarktes war auf sechs Uhr morgens angesetzt. So früh waren aber nur wenige Händler und kaum Publikum unterwegs.

Erst etwa um neun Uhr füllte sich langsam der Platz auf dem Goldenen Boden, als ein knatternder Lieferwagen, auf der Ladefläche zwei Töfflis und allerhand andere Metallteile, einfuhr, gefolgt von einem anderen Kleinbus und einem weiteren Lieferwagen, voll beladen mit verschiedenen alten Mofas, Motorrädern und einem Roller mit Beiwagen, alles leicht verbeult, mit abblätternder Farbe. Langsam kamen auch die Liebhaber alter Motorräder und begutachteten die ausgestellte Ware: Werkzeug, Motoren, Räder, Reifen, Kleinteile wie Unterbrecher, sortiert nach Modell und Jahrgang und die bereits erwähnten ganzen, grösstenteils unrenovierten alten Zweiräder.

Manchmal entsteht der Eindruck, hier hätte jemand einfach das Sammelsurium aus der Garage des Grossvaters, die auch als Abstellkammer diente, eingepackt. Nostalgische Erinnerungen an die Jugend spielen wohl auch eine Rolle bei der Faszination, die vom Oldtimer-Flohmarkt ausgeht. So diskutieren zwei ältere Männer über das ausgestellte NSU-Moped. Die kleinere Variante wurde in den 1950er-Jahren bei beginnender Motorisierung beworben mit dem Spruch «Nicht mehr laufen, ‹Quickly› kaufen».

Vor 10 Jahren

25. August: Neckertal. Seit diesem Sommer schmücken neue Fahnen die Strassen der Neckertaler Dörfer. Wenn ein Anlass stattfindet, werden sie an die Strassenlaternen gehängt. Laut der Neckertaler Gemeindepräsidentin geschehe dies dank einer einfachen Aufhängevorrichtung in kurzer Zeit und mit wenig Aufwand.

Die Fahnen wurden von der IG Tourismus Neckertal angeschafft, finanziert wurden sie von der Gemeinde und den Verkehrsvereinen, so Vreni Wild. Jedes Dorf hat seine eigenen: Die Fahnen von Mogelsberg, Brunnadern und St.Peterzell sind nebst dem St.Galler Wappen und dem Schweizer Kreuz mit dem eigenen, die übrigen mit dem Neckertaler Wappen bestückt. Einzig Wald hat noch keine Fahnen.

25. August: Libingen. Die Katholische Kirchgemeinde Libingen hat sich für eine umfassende Innenrenovation der Pfarrkirche St.Gallus in Libingen entschieden. Für dieses Vorhaben wird mit Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Franken gerechnet. Die katholische Kirche ist ein Schutzobjekt. Die Renovation wird deshalb vom Kanton St.Gallen aus Mitteln der Denkmalpflege unterstützt.

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